Marl. Die Bürgerinitiative Marl-Hamm hat bei der Bergbehörde einen umfangreichen Antrag gestellt, um die Pläne der RAG zur Erweiterung der Halde Brinkfortsheide zu stoppen. In dem Dokument wird die Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung Bergbau und Energie, aufgefordert, den Ergänzungsantrag der RAG zum Abschlussbetriebsplan für die Halde abzuweisen.
Der BI-Vorsitzende Uwe Lienemeyer wirft der RAG Verstöße gegen diverse Rechtsvorschriften sowie Profitgier vor. Er ist überzeugt, dass die Bergbehörde ihren Antrag zugunsten der Bürgerinitiative entscheiden wird.
Die RAG plant, die derzeit plateauförmigen Halde in Hüls mit 3,7 Millionen Kubikmeter belasteter Stoffe aufzuschütten. Ziel ist es, die Halde für Freizeitgestaltung und Photovoltaik zu nutzen. Auch die alte Halde Brinkfortsheide soll mit weiteren 300.000 Kubikmetern aufgeschüttet werden.
In den nächsten zehn Jahren würden dann 320.000 Lkw-Ladungen durch Marl zum Tor der Halde an der Hülsbergstraße rollen. Die RAG hat kürzlich betont, dort keine Deponie für gefährliche Stoffe nach Deponieklassen errichten zu wollen. Die Stadt Marl lehnt vehement sowohl Deponiepläne als auch eine weitere Aufschüttung der Halde ab.
Die Bürgerinitiative fordert die Einhaltung des Rahmenbetriebsplans, der die Gestaltung der Halde zu 32,9 Hektar Mischwald vorsieht, einer grünen Lunge für die Stadt mit klimakühlender Wirkung. Sie weist jedoch darauf hin, dass nach den bekannten Plänen nur 10,9 Hektar Wald übrig blieben, während der Rest mit Gräsern bepflanzt werden soll. Außerdem fehlt im Ergänzungsantrag der RAG ein 25 Meter breiter Gürtel mit hoher Abschirmbepflanzung rund um den Haldensockel. Die Bürgerinitiative betont auch die Haldenrichtlinie, die besagt, dass eine Halde nur zehn Jahre aufgeschüttet werden darf, bevor ein nutzungsfähiger Endzustand erreicht sein muss. Es sind aber seit Beginn der Aufschüttung bereits über 20 Jahre vergangen. Trotzdem möchte die RAG die Aufschüttung mit belasteten Stoffen um weitere zehn Jahre verlängern, was die Anwohner nicht akzeptieren wollen.
Die Bürgerinitiative äußert Bedenken hinsichtlich der von der RAG beantragten Nutzung von 300.000 Kubikmeter Stahlwerksschlacke. Sie argumentiert, dass die Halde gesundheitsgefährdende Stäube freisetzen und bis zu 150.000 Tonnen CO2, Methan und Wärme durch damit verbundene chemische Prozesse verströmen würde, wodurch die Halde zu einem Klimakiller wird. Darüber hinaus ist seit langem bekannt, dass die Halde ihre Umgebung mit Kokereirückständen wie Benzol und Naphthalin belastet.

