
Bild: Einen heftigen Schlagabtausch lieferten sich die Ratsvertreter mit Bürgermeister Werner Arndt an der Spitze mit dem uneinsichtigen Narrenvolk.
Marl. Dass die Marler Jecken nicht das „echte Rathaus“ stürmen konnten, tat der Sache keinen Abbruch. Die Karnevalisten stürmten ersatzweise das provisorisch zum Rathaus umfunktionierte Pfarrheim St. Barbara im Stadtteil Hamm.
Aber auch hier war das Marler Narrenvolk auf ordentlich verbalen Widerstand gestoßen, ehe es für Sternburger, Colonia und Co. den Schlüssel fürs „Rathaus“ im Pfarrheim St. Barbara gab.
Denn Bürgermeister Werner Arndt verkleidet als Klempner Mario und seine Verstärkung aus der Verwaltung inklusive einiger Ratsfrauen wollten viel Gutes für die Stadt verkünden frei nach dem diesjährigen Karnevalsmotto „„Fahr ma(r)l Rad“.
„In unserem schönen Rathaus geht´s gerade rund, da arbeiten sich die Handwerker die Finger wund. Ein Betreten ist dort derzeit nur mit Bauhelm erlaubt, daher haben wir uns das Pfarrheim von St. Barbara geraubt“, begrüßte Werner Arndt die Närrinnen und Narren.
Doch Nicole Prinz-Stojek von den Sternburgern stellte schnell klar: „Nun steh´n wir hier im fremden Saal, auch diesmal hast du keine Wahl. Heute würden wir es uns nicht wagen, Pastor Müller um Eintritt zu fragen. Eher würden wir uns trauen, den bösen Mario dafür zu hauen. Nun übergib uns schnell den Saal, und winde dich nicht wie ein Aal.“
Am Ende half alles nichts, die Übermacht war zu groß. Reim hin, Widerstand her. Die Verwaltungsspitze sah ein, dass die Weiber das Sagen haben, im Pfarrheim war kein Blumentopf zu gewinnen. Bei Berlinern, belegten Brötchen, Wurst, Bier und Sekt wurde anschließend ordentlich gefeiert.
Es regnete natürlich auch städtische Orden fürs Dreigestirn aus Sickingmühle, für die Karnevalisten, Pressevertreter und viele mehr. Baudezernentin Andrea Baudek und Kulturdezernentin Claudia Schwidrik-Grebe sorgten als verkleidete Radwege genauso wie Petra Kläsener für die Bützchen bei den Männern, während Werner Arndt die Frauen auszeichnete.
Die erste Rakete ließ denn auch nicht lange auf sich warten. Der Bürgermeister zündete sie nach dem überaus kurzweiligen und stimmungsvollen Auftritt von Harlekin Oliver Richter. Aber auch die Tanzgarde der Sternburger kam nicht ohne Zugabe und Rakete aus dem Saal. Und unvergessen bleiben Nicole Prinz-Stojek und Christian Stojek mit ihrem Auftritt zu „Warum hast du nicht nein gesagt“ – Roland Kaiser und Maite Kelly hätten nicht besser performen können – helau!

