
Bild: Höhenretter seilen den Verletzten ab.
Herten. Ein Unfall in 97 Metern Höhe hat einen Monteur bei Arbeiten am Windrad auf der Halde Hoppebruch im Hertener Süden in eine problematische Lage gebracht. Der Mann hängt schwer verletzt und in luftiger Höhe in seiner eigenen Sicherung fest. Herabsteigen aus eigener Kraft ist nicht mehr möglich. Eine schwierige Situation – und ein klarer Fall für die Höhenrettungsgruppe des Kreises Recklinghausen.
Zum Glück war das beschriebene Szenario eine Übung. Windenergieanlagen-Hersteller Enercon, die Ruhrwind Herten GmbH als Betreiber der Windkraftanlage und die Höhenretter der Feuerwehren aus dem Kreis Recklinghausen hatten diese Übung gemeinsam verabredet. Denn im Ernstfall gilt es, vorbereitet zu sein. Dann muss jeder Handgriff sitzen und sich einer auf den anderen verlassen können. Bei solchen Einsätzen sind Flexibilität und Kreativität der Einsatzkräfte gefragt. In oder an einer Windenergieanlage haben sie andere Bedingungen als an einem Riesenrad oder an einem Hochregallager.

Bild: Die beengten Verhältnisse im Innern der Röhre stellen die Retter vor eine besondere Herausforderung.
Zuerst ging es für die Höhenretter durch die beengten Verhältnisse im Innern der Windenergieanlage hinauf bis in die Rotornabe, an der die drei Rotorblätter befestigt sind. „Im Innern hat man sehr wenig Raum, darum sind die Abläufe anders als bei den sonst üblichen Einsätzen“, beschreibt Michael Dolega eine der Besonderheiten des Übungseinsatzes. „Wenn ein solcher Fall eintritt, müssen wir zügig arbeiten“, erklärt der hauptamtliche Feuerwehrmann aus Marl.
Das funktionierte bei der Übung wie erhofft. Der Monteur wird von den Rettungskräften in luftiger Höhe erstversorgt und mit einer speziellen Trage an der Außenseite der Windkraftanlage zu Boden gelassen. An dieser Stelle würde bei einem tatsächlichen Einsatz ein Team vom Rettungsdienst die weitere Versorgung der verletzten Person übernehmen.
Die Beobachter von Enercon und Ruhrwind Herten waren beeindruckt von dem, was die Höhenretter geleistet haben. Sie seien hoch konzentriert und in ständigem Austausch gewesen, damit alles so zügig und sicher wie möglich verlaufen kann, hieß es im Anschluss.
Für die Höhenrettungsgruppe selbst zieht Michael Dolega ebenfalls ein positives Fazit: „Es ist für uns nicht selbstverständlich, dass wir in einer solchen Windkraftanlage üben können. Umso besser, dass tatsächlich alles gut geklappt hat. Wir haben ein gut eingespieltes Team, das kann im Ernstfall Leben retten.“

