
Bild: Seine Verhandlungen um die Zukunft des Einkaufszentrums unterbrach Hubert Schulte-Kemper für eine Reise nach Rom um dort erneut den Papst zu einem Gespräch zu treffen.
Marl. Seit Jahren fragen sich die Bürger: „Wie geht es mit dem Marler Stern weiter?“ Nun scheint es eine Antwort zu geben (wie bereits berichtet): Der Marler Unternehmer Hubert Schulte-Kemper (HSK) hat konkrete Vorstellungen: neue Geschäfte, eine wirkungsvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten, die Einbindung in ein städtisches Gesamtkonzept. Aber es gebe Aufgaben, die als zunächst ganz dringend gelöst werden müssten. Wir sprachen mit HSK über den aktuellen Stand und die bestehenden Schwierigkeiten.
Als erstes das größte Problem: Die Parksituation. Das Insel-Parkhaus ist in einem maroden Zustand und deshalb teilweise geschossen, das Parkdeck ist eine unglückliche Konstruktion mit einem viel zu komplizierten Zugang zum Marler Stern.
Hier sieht Schulte-Kemper den größten Handlungsbedarf. Andere Aufgaben sieht er bereits auf einem erfolgreichen Lösungsweg. Die Landesregierung habe bereits ihre Mitwirkung in mehreren Punkten zugesagt. Etliche wichtige Mieter hätten ihre Verträge bereits bis 2022 verlängert. Für weitere 1500 qm freie Fläche gebe es Interessenten. Das Warensortiment des Einkaufszentrums brauche einen noch attraktiveren Mix. Das Management und die Werbegemeinschaft sollen sich darum kümmern.
Neues Konferenzcentrum geplant
Man sei mit einer Fast-Food-Kette im Gespräch, die sich im oder am Stern etablieren wolle. Im Gespräch sei auch eine Öffnung der Josefa-Lazuga-Straße (früher Bergstraße) für den Verkehr.
Inzwischen hat Schulte-Kemper zwei neue Gesellschaften (Marler Stern Eins GmbH, Marler Stern Elf GmbH) gegründet, die Teile des Einkaufszentrums (insgesamt mehr als 24.000 qm) kaufen wollen. Die Verträge seien unterschriftsreif ausgehandelt. „Jetzt muss nur noch Klarheit über die Parkplatzsituation geschaffen werden“, so Schulte-Kemper.
Im Januar werde es eine Sitzung des Planungsausschusses geben, „wo wir alles hintereinander bringen können“. Die Umsetzung werde dann in zwei Schritten erfolgen, als erstes müssten die neuen Mietverträge im Erdgeschoss schnell realisiert werden. In einem Jahr, Anfang 2018 wäre die Ladenstraße voll funktionsfähig.
Es komme jetzt darauf an, dass die Mieter optimistisch in die Zukunft sehen. „Und die Menschen müssen aufhören, über den Stern zu meckern. Das sind ohnehin überwiegend Menschen, die dort gar nicht hingehen.“
Vielleicht gibt es dann einige Gründe mehr, den Stern zu besuchen. Denn neben einem großen Discounter und einer Lebensmittekette soll sich dort auch ein Kino (mit sechs bis acht Sälen) ansiedeln.
Schulte-Kemper denkt noch weiter, an eine Kooperation mit dem Parkhotel und die Etablierung eines Konferenz-Zentrums. „So etwas fehlt in Marl, der Standort am Rathaus wäre ideal.“

