
Vest. Das Vest wirbt mit dem Wald und seiner gesundheitsfördernden Eigenschaft. Doch dem Wald selbst geht es gar nicht so gut, stellt das NRW-Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur-und Verbraucherschutz fest. Immerhin: Es geht dem Wald
Nach dem aktuellen Waldzustandsbericht 2015 der Landesregierung weisen 26 Prozent der Bäume zwischen Rhein und Weser deutliche Blatt-und Nadelverluste (höchste Schadenskategorie) aus. Im Jahr davor waren es noch 36 Prozent. 28 Prozent der Bäume gelten als gesund, ein Anstieg um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.
Heute bedroht nicht mehr in erster Linie der saure Regen unsere Wälder, wie noch in den 80er und 90er Jahren. Es sind vielmehr die sich abzeichnenden Wetterextreme und die daraus resultierenden Veränderungen als Folge des Klimawandels, die dem Wald zu schaffen machen.
Der Klimawandel hat sich auch im Jahr 2015 beim Wetter mit einer längeren Trockenphase in den Monaten Mai, Juni und Juli bemerkbar gemacht. Trotzdem konnte sich der Zustand des Waldes verbessern, da vor allem im August wieder ausreichend Regen fiel.
Während im vergangenen Jahr noch über die Hälfte der Buchen ihre Kronen nur sehr schwach ausbilden konnten, waren es in diesem Jahr weniger als ein Viertel. Eine langsame aber stetige Verbesserung zeigte sich auch bei den Eichen, der Wert der stark geschädigten Bäume ging um weitere acht Prozent auf nun 40 Prozentpunkte zurück.
Die Waldzustandserhebung wurde im Jahr 1984 als Reaktion auf das damals diskutierte Waldsterben und die hohen industriellen Belastungen erstmals durchgeführt. Die Ergebnisse der Walduntersuchungen haben sich seitdem stetig verschlechtert, in diesem Jahr zeigt sich erstmals seit fünf Jahren wieder eine deutliche Verbesserung. Während 1984 noch 59 Prozent der Bäume ohne Schäden waren, liegt der Anteil heute bei 28 Prozent, 2014 waren es nur 23 Prozent.
Für den Waldzustandsbericht wird jedes Jahr im Juli und August der Kronenzustand von rund 10.000 Einzelbäumen von Fachleuten begutachtet. Unter Einbeziehung von Wetterdaten und der Entwicklung von Schadorganismen werden die Ergebnisse ausgewertet und im Waldzustandsbericht zusammengefasst.

