Dorsten. Der Baggersee ist beliebt, insbesondere bei den benachbarten Campern. Doch der Name „Tillessensee“ hat nun einen unangenehmen Geruch bekommen. Der Namensgeber Karl Tillessen war ein nationalsozialistischer Rechtsterrorist. Das recherchierte der Dorstener Historiker Dr. Josef Ulfkotte. Sein Fazit: Es sei „gänzlich unangemessen, seinen Namen dadurch zu ehren, dass ein Freizeitpark bzw. See seinen Namen trägt“.
2013 hatten die Dorstener Jusos Philip Grabowski und Felix Timmermann auf die nationalsozialistische Vergangenheit des Namensgebers Karl Tillessen (1891-1979) hingewiesen. Dr. Josef Ulfkotte zeichnete nach, dass Tillessen als Rechtsterrorist eingestuft werden muss, der die Weimarer Republik bekämpfte und 1922 als führender Kopf der geheimen „Organisation Consul“ zumindest indirekt an der Ermordung des liberalen Außenministers Walther Rathenau beteiligt war. Weil er den Mordplan kannte und „nicht das mindeste getan“ habe, um das Verbrechen zu verhindern, wurde Tillessen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Haftentlassung baute er sich eine bürgerliche Existenz auf. 1930 bis 1935 war er Geschäftsführer der Westfälischen Sand-und Tonwerke GmbH Dorsten. Für kurze Zeit war er 1935 auch NSDAP-Ratsherr in Dorsten.
Vorschläge für den künftigen Namen (mit einer kurzen Erklärung) nimmt bis zum 5. Oktober die Pressestelle der Stadt Dorsten entgegen: pressestelle@dorsten.de oder Pressestelle Stadt Dorsten, Halterner Straße 5, 46284 Dorsten.

