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Brassert: Platz für eine Moschee gefunden

Marl. Der Weg wird geebnet, damit die Yunus-Emre-Moschee einen neuen Standort bekommt: Wieder an der Sickingmühler Straße, allerdings 450 Meter weiter in Richtung Stadtgrenze, gegenüber von Lidl. Auf einem einen Hektar großen Gelände, das die Gemeinde schon vor vielen Jahren ins Auge gefasst hatte.

Vor fast einem Jahr beantragte die Türkisch-Islamische Gemeinde die Errichtung eines „Kirchlich-Kulturellen Gemeindehauses“ mit 2250 qm Nutzfläche, von denen ein Drittel religiös genutzt werden soll, ein weitere Drittel soll mit Mehrzweckfunktionen, Gastronomie und für Veranstaltungen belegt werden. 600 Besucher würden hier Platz finden, wenngleich höchstens 300 Besucher zu den einzelnen Veranstaltungen erwartet werden.

Heute nutzt die Gemeinde ein Wohnhaus an der Ecke Haard-/Sickingmühler Straße – unscheinbar, viel zu klein und mit nur einigen wenigen Parkplätzen. Das soll sich nun gründlich ändern. Das Gemeindehaus soll Rund-und Spitzbogenfenster, Kuppel und Minarett erhalten. Die Beschreibung des Architekten: „Das Konzept stellt durch die solitäre bauliche Situation an dem Standort ein integratives Vorhaben dar, das den Ansprüchen der äußerlichen Erkennbarkeit gerecht wird und durch die Lage mit der äußeren Form als Alleinstellungsmerkmal eine mögliche störende Empfindsamkeit auf nachbarliche Strukturen verhindert.“ Heißt: Es gibt auf dieser Straßenseite keine weiteren Häuser, die von der 14.50 Meter hohen Kuppel und einem 23 Meter hohen Minarett beeinträchtigt werden können. Der Gebetsruf soll auch nicht von dem Minarett sondern nur innerhalb des Gebäudekomplexes erfolgen.

Schon vor mehr als zehn Jahren hatte die Moschee diesen Standort für ideal gehalten. Doch der Grundstückeigentümer Eon hatte andere Interessen. Auf dem Gelände, auf dem auch einmal ein Kraftwerk stand, wollte Eon ein Zentrallager für Kraftwerks-Ersatzteile errichten, das mit seiner Größe den ganzen Stadtteil erschreckte. Die wirtschaftlichen Zeiten haben sich geändert, Eon nutzte stattdessen einen Teil des früheren Computer-Herstellers Maxdata (Frentrop), konnte sich aber seit 2011 nicht über die weitere Verwendung des Geländes entscheiden.

Die Erweiterungswünsche der Marler Moscheen waren in der Bevölkerung immer wieder auf Skepsis gestoßen. Öffentliche Diskussionen mündeten in einer Vielzahl von Bedenken. In den letzten drei Jahren war es still geworden: Die Moscheen wollten nicht, dass durch frühzeitige Diskussionen ihre Pläne schon im Vorfeld abgeblockt würden.

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