
Bild: Zechengelände und Brachflächen bis an den Horizont: Dafür wird eine neue Nutzung gesucht.
Marl. Wenn der Bergbau Ende 2015 in Marl-Hamm geht, so geht es doch mit dem Wirtschaftsstandort und mit dem Stadtteil Hamm weiter. Darin sind sich die Stadt Marl und die RAG einig, jetzt haben sie eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.
Bereits im Herbst 2013 hatten sie (zusätzlich mit Evonik) eine Arbeitsgruppe gegründet, die im Februar einen Förderantrag auf eine Machbarkeitsstudie erstellte. Es geht um eine 130 ha große Fläche von AV 3/7 bis an den Wesel-Datteln-Kanal mit dem Hafen.
Ziel des jetzt unterzeichneten Vertrages ist „die wirtschaftliche und marktorientierte Revitalisierung der Flächen“ mit den Schwerpunkten Logistik, Industrie und (in den Randbereichen) Gewerbe.
Schnelle Entscheidungen sind nicht zu erwarte. Prof. Dr. Hans-Peter Noll, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien: „Wir haben dicke Bretter zu bohren.“ Bürgermeister Werner Arndt geht davon aus, dass die vorbereitenden Analysen drei Jahre brauchen.
Kritik, dass die Stadt sich schon längst um die Folgenutzung hätte kümmern sollen, lassen die Beteiligten nichtc gelten. Noll: „Man darf auch nicht übereifrig sein. Wir müssen passgenau arbeiten.“ Jetzt sei der richtige Zeitpunkt. Marls Wirtschaftsförderer Dr. Manfred Gehrke: „Was hätten wir schon tun können? Wir haben die Arbeitsgruppe zum frühestmöglichen Zeitpunkt eingerichtet.“
Was auf dem Gelände möglich ist, sollen Gutachten ermitteln. In der Vergangenheit war das frühere BASF-Kraftwerksgelände liegengeblieben, weil eine Sanierung unwirtschaftlich war. Vielleicht seien jetzt Dinge möglich, die früher nicht möglich waren, meinen die Beteiligten.
Die Fehler, die bei der Nachfolgenutzung des Geländes AV 1/2 in Hüls gemacht wurden (Pläne für einen Gewerbepark wurden nicht umgesetzt), wolle man jetzt vermeiden. Man habe einerseits daraus gelernt, andererseits habe man auf der Seite des Bergbaues nun andere Partner.

