Werbe hier
Veröffentlicht in

Konflikte löste er mit Zündeln

Haltern. Immer, wenn er nicht mehr weiter wusste, wurde er zum Brandstifter. Und so gab es zwischen 2009 und 2011 in Haltern-Sythen immer wieder Feuer. Jetzt stand ein 41-Jähriger vor Gericht. Ein Mann mit dem Gemüt eines Kleinkindes.

Er ist kein eiskalter, berechnender Krimineller, fand das Landgericht Essen heraus. Der Halterner, der in einer Behindertengruppe wohnt, hatte seine Taten bei der polizeilichen Vernehmung gestanden. Und wiederholte das im Prozess auch. Die Fragen des Richters beantwortete er schlicht mit ja.

Er hatte Hecken, Bäume und Büsche niedergebrannt, Menschen waren nicht zu Schaden gekommen.

Der introvertierte Mann war von Geburt an geistig behindert, so zwei Gutachter. Er weise eine verminderte Intelligenz auf, habe eine sehr verzögerte Entwicklung gehabt und war in mehreren Pflegefamilien aufgewachsen.

Schon als Grundschüler zündelte er, wenn er nicht mehr weiterwusste. Er ging in eine Sonderschule und kam schließlich in eine betreute Wohngruppe nach Haltern. Dann hatte man ihn in eine offener gestaltete Wohneinheit der LWL-Klinik in Sythen untergebracht.

Doch mit dem Alltag war der Mann überfordert. Der Staatsanwalt forderte eine Unterbringung in einer forensischen Klinik. Das lehnte das Gericht ab. Der Mann wird weiterhin in einer Wohngruppe bleiben. Dort sei er am besten aufgehoben.

Werbe hier