Marl. Gleich zwei Unternehmen zeigen Interesse daran, nach Kohlenwasserstoffen im Norden Marls zu suchen: Unter dem Chemiepark und Hamm, der Haard und Lenkerbeck bis nach Hüls-Süd hinein ragt die Fracking-Fläche mit dem Namen „Freiheit 2/Marl-Gas“. Ein Antrag auf Erlaubnis zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen zu gewerblichen Zwecken liegt bereits in Marl vor. Die Verwaltung lehnt ihn ab.
Als vor zwei Jahren Exxon erstmals Überlegungen vorstellte, mit dem Fracking-Verfahren nach Gas bis an den Rand des Halterner Wassergewinnungsgebietes vorzudringen, war der Protest energisch: Der Einsatz von giftigen Chemikalien könnte sich auf das Grundwasser auswirken. Die Pläne sind vom Tisch.
Jetzt hat sich die britische Gesellschaft „Dart Energy“ gemeldet, sie will eine Erlaubnis zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen. Sie hält in NRW bereits zwei Lizenzen (Saxon I & II).
„Die Stadt Marl hat grundsätzliche und erhebliche Bedenken“, schreibt die Verwaltung. Die Fracking –Technologie sei „höchst umstritten“, da sie „erhebliche Risiken und negative Auswirkungen auf den Naturhaushalt“ haben kann.
Im jetzigen Antrag geht es um eine Erlaubnis zum Aufsuchen (keine örtlichen Bohr-Maßnahmen). In einem zweiten Schritt geht es um eine Bewilligung zur Gewinnung der Bodenschätze.
Bei der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg liegt übrigens schon ein weiterer, konkurrierender Antrag vor, den Marl demnächst zur Stellungnahme bekommen wird.

