Vest. Tierfreunde waren bestürzt, Tierschützer empört: Die Kreisverwaltung wollte am Montag 36 Foxterrier versteigern. Nach einem Proteststurm wurde der Termin wieder abgesagt. „Absurd, wehrlose Hunde blindlings abzugeben“, regten sich die Menschen auf. Die Tierschützer hatten Proteste angekündigt.
Die Tiere waren im Dezember aus einer nicht tierschutzgerechten Zucht fortgenommen worden. „Das macht keiner von uns gerne, aber wir haben keine andere Möglichkeit“, sagte Dr. Siegfried Gerwert, Leiter des Veterinäramtes des Kreises Recklinghausen. Im Gesetz werden Hunde (und andere Tiere) wie Sachgegenstände angesehen. Durch eine Versteigerung wird ein „Marktpreis“ erzielt, deshalb ist im Gesetz dieses Vorgehen grundsätzlich vorgesehen.
Der Kreis beauftragte das Auktionshaus Mennraths in Mönchengladbach mit der Versteigerung. Deren Mitarbeiter staunten über den ungewöhnlichen Auftrag und stellten dann eine Tabelle mit Informationen ins Internet.
Die Leiterin des Tierheims, Nina Schmidt, kündigte noch an, sie werde jedes Tier einzeln vorstellen. „So können die Interessenten entscheiden, ob das Tier zu ihnen passt oder nicht.“ Doch Tierfreunde befürchteten ein Drama, zumal einige Tiere krank sind.
Dann besann sich der Kreis eines Besseren und kam zu dem Schluss, „dass nach dem heutigen Stand ein reibungsloser und ordnungsgemäßer Ablauf ohne weitere Nachteile für die Tiere nicht zu garantieren ist.“
Man sei froh, dass das Tierheim Recklinghausen, anderer Tierheime und Pflegestellen die Hunde so vermitteln können wie andere Tierheim-Tiere. Das Tierheim will intensiv darauf achten, dass die Foxterrier an Personen vermittelt werden, „die ihnen ein gutes, dauerhaftes Zuhause bieten, sich ihrer annehmen und dafür sorgen, dass sie artgerecht gehalten werden“.

