
Vest. Die Feldlerche und der Kiebitz kehren in ihre Brutgebiete zurück, Kraniche ziehen in typische Keilform weiter nach Nordosten. Und die hier gebliebenen Amseln, Meisen und Buchfinken machen sich bereits lautstark bemerkbar. Die Vogelwelt scheint in Ordnung zu sein. „Stimmt“, sagt der Naturschutzbund „Nabu“.
Die Erkenntnis basiert auf einer Zählung. Genau 13.617 Vögel wurden am 5. Januar im Kreis Recklinghausen gezählt. Ein Jahr zuvor waren es nur die Hälfte (7.149). Doch der Rückschluss, die Vogelzahl habe sich verdoppelt, ist zu schnell. In diesem Jahr haben einfach mehr Menschen an der Aktion „Stunde der Wintervögel“ mitgemacht, erklärt Nabu-Vorstandsmitglied Ralf Bernatz.
Woraus sich aber eine andere Erkenntnis ableiten lässt: Die Zahl der Menschen, die sich für die heimischen Vögel interessieren, nimmt deutlich zu. Im Kreis beteiligten sich 529 Vogelfreunde aus 375 Gärten, in ganz NRW waren es rund 90.000 Vogelfreunde.
Die Zahlen lassen interessante Rückschlüsse zu. Zum Beispiel hat der Usutu-Virus hier der Amsel weit weniger zugesetzt als in anderen Bundesländern. Im Kreis hat sich die Zahl der Amseln nicht weiter verringert. Oder die Kohlmeise: Sie muss wohl besonders viele Junge bekommen haben, anders lässt sich deren große Zahl (Spitzenreiter mit 2092 gezählten Tieren) nicht erklären. Er ist in ganz Deutschland der am meisten verbreitete Vogel, weil er mit dem Wetter besonders gut zurecht kommt (und wenn er zusätzliches Futter bekommt).
Auf der Hitliste folgt auf Platz 2 der Haussperling (1668) vor der Blaumeiste (1363), der Amsel (1157), dem Buchfink (873), der Ringeltaube (749) und der Elster (703). Insgesamt waren 100 verschiedene Vögel gelistet. Wirkliche Exoten seien nicht darunter gewesen, so der Nabu.
In zwei Monaten wird übrigens wieder gezählt. Vom 9. bis 12. Mai findet die Aktion „Stunde der Gartenvögel“ statt, bei der die Brutvögel in Gärten und Parks im Mittelpunkt stehen.
Mehr Infos unter www.nabu.de.
Foto: Wolfgang Zerbst

