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Mobbing in der Schule und die Folgen

Herten. Sylvia Hamacher (20) ist am Mittwoch, 20. Februar, zu Gast auf dem Hof Wessels. In ihrem Buch „Tatort Schule“ schildert die Hertenerin, wie sie als Schulkind gemobbt wurde und welche Auswirkungen dieser Psychoterror auf sie und ihre Familie hatte. Sie wird aus ihrem Buch vorlesen und über Pläne für ein weiterer Buch zum Thema Mobbing informieren. Die Veranstaltung, zu der der Freundeskreis Hof Wessels und die Hertener Bürgerstiftung einladen, beginnt um 19 Uhr.

Sylvia Hamacher war 14 Jahre alt als der Psychoterror in ihrer Klasse losging. Sie besuchte ein Gymnasium im Kreis Recklinghausen und war bis zur siebten Klasse eine sehr beliebte und gut integrierte Schülerin. Als Sylvia zu ihrem 14. Geburtstag nicht alle Mädchen aus ihrer Klasse einlud, begann der Stress für sie. Sie wurde zunächst ausgeschlossen und ignoriert, später beleidigt und auch körperlich angegangen. Zunächst beteiligten sich nur die Mädchen aus ihrer Klasse, dann machten die Jungen auch mit, um den Mädchen zu imponieren und schließlich fand die ganze Schule Gefallen daran Sylvia zu quälen.

Quälen machte Spaß

In der neunten Klasse wechselte Sylvia die Schule und suchte sich Hilfe bei einer Kinderpsychologin und später auch bei einer Coachtrainerin. Mit etwas gestärktem Selbstbewusstsein wagte sie dann den Neustart am Gymnasium in Haltern am See. Dort hat die mittlerweile Zwanzigjährige im Mai letzten Jahres ihr Abitur gemacht und wartet nun auf einen Studienplatz für die Fakultät Humanmedizin.

Sylvia Hamacher veröffentlichte ihr Tagebuch unter dem Titel „Tatort Schule – Gewalt an Schulen“ 2010, um auf die Thematik Mobbing aufmerksam zu machen und das Schweigen um zu brechen. Seitdem hält sie Lesungen an Schulen, gibt Interviews in Zeitschriften und war in vielen Fernsehproduktionen zu sehen, um weiter über das Thema aufzuklären.
Leider hat Sylvia auch an ihrer neuen Schule weniger gute Erfahrungen gesammelt und ein zweites Buch verfasst, indem sie nicht nur ihre eigenen Erlebnisse verarbeitet, sondern auch andere Mobbing-Betroffene zu Wort kommen lässt. Sie hofft damit nun auch auf politischer Ebene Gehör zu finden und mehr präventive Maßnahmen in Schulen zu bringen. Momentan ist die Jungautorin noch auf Verlagssuche.

Bei der Lesung auf dem Hof Wessels wird Sylvia Hamacher aus ihrem ersten Buch vorlesen. Sie wird berichten, wie das Mobbing begann und wie sie sich veränderte, welche Auswirkung das Mobbing auf das gesamte Familiensystem hatte und was sie sich gewünscht hätte bzw. welche Maßnahmen ihr Leid vielleicht beendet hätten.

INFO: Hof-Lesung – Mittwoch, 20. Februar, 19 Uhr – Sylvia Hamacher liest aus ihrem Buch „Tatort Schule“ – Hof Wessels, Langenbochumer Straße 341 – Eintritt frei

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