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Marl: Wahrzeichen wird eingerissen

Marl. Der gemauerte Turm mit den drei Buchstaben „RAG“ steht wie ein Signal an der Autobahn A43 und zeigt: Hier ist noch die Kohle zu Hause. In Wirklichkeit ist der Schacht vollgekippt und demnächst soll auch noch der Turm fallen. Doch es gibt Probleme.

Auf dem Gelände nahe der Autobahn, das nur durch eine Abzweigung von der Hülsbergstraße aus zu erreichen ist, haben sich die Recklinghäuser Werkstätten niedergelassen, eine Arbeitseinrichtung der Diakonie für behinderte Menschen. Zum Jahresende 2012 war Schluss, so lang ging der Vertrag mit der RAG. Dann werden alle Gebäude komplett entfernt und der Wald wird wieder aufgeforstet.

In Wirklichkeit wird weitergemacht. Seit Jahren wird ein Weg gesucht, die gesetzliche Vorgabe zu umgehen. Die Gründe sind vernünftig, die rechtliche Lage ist klar. Dazwischen gibt es noch keinen Ausgleich. Aktuelles Argument: Die Werkstätten nutzen so wenig von der Bergbaufläche, dass es nicht der Rede wert ist. Und den großen „Rest“ könne man ja vereinbarungsgemäß zurückbauen.

Hilfsweise kommt der Diakonie und der Stadt Marl ein ganz anderer Wunsch der Landesregierung entgegen. Die möchte auf dem Gelände von AV9 (in Haltern) eine forensische Klinik bauen – was ja auch der Vorgabe widerspricht, die Bergbaufläche an die Natur zurückzugeben.

Wenn die Landesregierung in Haltern eine Ausnahme zulässt, dann könnte sie das doch auch für den Schacht 6 machen, meint Bürgermeister Werner Arndt. Und denkt noch einen Schritt weiter: Vielleicht könnte man das Argument auch auf den Schacht Polsum 1/2 anwenden. Dort liegt eine millionenschwere Infrastruktur. Die müsste weg, damit wieder Wald dahin kommt.

Seltsame Logik: Ein Stück weiter, auf der anderen Seite der Buerer Straße, könnte nach der aktuellen Rechtslage ein Gewerbegebiet errichtet werden, mitten in der Landschaft.

Aber für Polsum seien die Aussichten schlecht, meinen die Politiker.

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