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Dorstener Schwestern verlassen Michaelisstift

Dorsten. Was wird aus dem Michaelisstift in Lembeck? Nach 15 Jahren verlassen die Karmel-Ordensschwestern wieder ihr vorübergehende Heimat, die alten Gemäuer des ursprünglichen Witwensitzes zwischen Lembeck und Rhade.

Als Grund werden von den Bistümern Münster und Hildesheim die Finanzen genannt: Steigende Heizkosten. Im Herbst siedeln die 14 Ordensschwestern aus, verlassen das Bistum Münster und ziehen zu einem Kloster am Mittellandkanal.

Die Zukunft des Lembecker Gebäudes ist erst einmal ungewiss, sagt Ferdinand Graf von Merveldt. Die Baronin Westerholt hatte nach dem Tod ihres Mannes in der Dorfschaft Endeln ein kleines herrschaftliches Haus als Witwensitz und soziale Stiftung errichtet. Conrad Schlaun baute die Kapelle, die 1727 eingeweiht wurde, 1830 wurde die Krypta als Begräbnisstätte für die gräfliche Familie angelegt. Das Haus diente als Krankenhaus, 1969 wurde es zu einem Altenpflegeheim umgewandelt, das Kinderheim wurde 1977 aufgegeben, 1995 folgte die Schließung des Stiftes. Drei Jahre später kamen die Karmelitinnen aus Bonn-Pützchen in das renovierte Michaelisstift. Sie werden im September offiziell Abschied nehmen.

Man stehe noch ganz am Anfang der Überlegungen, wie es mit dem Haus weitergehe, so Graf von Merveldt. Er hat Verständnis für den Umzug der Schwestern: In Lembeck sind die Räume hoch, die Wege weit. Das neue Haus in Hannover ist als Kloster gebaut.

Verabschiedet hat sich bereits Kantor und Chorleiter Michael Hartel. Wegen wachsender Schülerzahlen an der Musikschule Marl und weiter zunehmenden Terminen bei zehn Chören sei er nicht mehr in der Lage, jeden Sonntag in der Klosterkapelle die Orgel zu spielen. Im Herbst will er den Abschiedsgottesdienst musikalisch gestalten.

Bild:

Ein idyllisch gelegenes, altehrwürdiges Haus: Der Witwensitz der Baronen Westerholt, dessen Kapelle St. Michael dem Anwesen den Namen gab.

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