Marl. Das Brachgelände im Winkel Bahnlinie/Herzlia-Allee kann nun doch so bebaut werden, wie es die Marler Rudimo AG geplant hat. Zuvor hatte es auf zwei Sitzungen des Stadtentwicklungsausschusses Ablehnungen gegeben. Wesentliche Kritik: Zu kleine Grundstücke, unattraktiver Lärmschutz.
Am Donnerstagabend gab es im Rat kein kritisches Wort mehr. Tagelang hatten die Investoren mit der Verwaltung und allen Fraktionen Gespräche geführt, um das Ruder noch rumzureißen.
Auf die sehr großzügige Idee im April mit 134 Wohneinheiten für das 50.000 qm große Wildgelände war im November ein geänderter Vorschlag mit über 180 Einheiten gefolgt. Erklärung der Rudimo AG: So könne die Wirtschaftlichkeit des Projektes sichergestellt werden.
Tatsächlich hatte es schon 2008 Pläne mit nur 80 Wohneinheiten gegeben, deren Realisierung aber scheiterte.
Nach der Kritik im Stadtplanungsausschuss im November habe man das Vorhaben an die Forderungen der Verwaltung angepasst, betonten die Rudimo-Vertreter.
Trotzdem waren die Politiker im Dezember unzufrieden: Der langgestreckte Garagenhof zur Herzlia-Allee gefiel ihnen ebenso wenig wie eine bis zu fünf Meter hohe Lärmschutzwand im nordwestlichen Grundstücksbereich. Erneut wurde der Plan abgelehnt.
Der Rat sah das nun anders. Alle Kritiker waren verstummt. Kurzfristig wurde ein neuer Tagesordnungspunkt eingeschoben. Der Vorsitzende des Stadtplanungsausschusses Jens Vogel formulierte: Der Rat fordere eine angemessene Anzahl von Wohneinheiten, er habe Verständnis für kostengünstiges Bauen und erwarte für den Lärmschutz eine gestalterische Lösung. An den Investor ging der Appell, das „ausreichend zu berücksichtigen“. Dem schloss sich die Ratsmehrheit an.

