Marl. Fast 4000 qm stehen zur Verfügung, wo doch eigentlich 700 qm reichen: Das Gesundheitsamt des Kreises hat in Marl (Lehmbecker Pfad) eine viel zu große Immobilie. Gut möglich, dass ein Großteil bald abgerissen wird. Mittlerweile kommt aber die Sorge auf, dass damit auch eine andere Einrichtung Marl verlässt, nämlich der Kreissportbund.
Besonders Engagement in Sachen Gesundheitsamt hat Marl nicht gezeigt. Jedenfalls weiß der Kreis nichts zu berichten, obwohl schon seit vielen Jahren bekannt ist, dass der Marler Gebäudekomplex (ein viergeschossiger und ein zweigeschossiger Teil) aus dem Jahr 1964 unwirtschaftlich ist. Gebraucht weden Räume für den Amtsärztlichen Dienst, Kinder- und Jugendärztlichen Dienst sowie Zahnärztlichen Dienst und Sozialpsychiatrischen Dienst. Dagegen sollen Apothekenaufsicht und Aids-Beratung ins Kreishaus nach RE verlegt werden. Für das Medienzentrum wird eine Unterbringung im Hans-Böckler-Berufskolleg geprüft. Dem externen Mieter Kreissportbund will der Kreis bei der Suche nach neuen Räumen helfen.
Dem Gesundheitsausschuss des Kreises gefällt die Idee, den Investor an den Komplex zu lassen, der auch das Gladbecker Gesundheitshaus übernommen, überarbeitet und an den Kreis zurückvermietet hat.
Der Kreis hatte schon mal ein Auge auf das benachbarte Grundstück der Hauptschule an der Wiesenstraße geworfen. Doch die Stadt winkte ab: „Eine andersartige als die derzeitige Nutzung“ sei nicht vorgesehen, schrieb das Planungsamt zurück. Aber: In Marl stehen viele Schulstandorte auf dem Prüfstand, von den meisten Politikern wird den Hauptschulen keine Perspektive mehr gegeben.
Karl-Heinz Dargel (CDU) regte im Kreis-Gesundheitsausschuss eine weiträumige Betrachtung an: Die Familienbildungsstätte und die Kirche St. Josef stünden vor Veränderungen, Opel Bieling stehe leer. Diese Überlegungen seien Aufgabe der Stadt, meinte der Ausschuss.

