
Bild: Wie in jedem Jahr hat der Lionsclub Haltern erfolgreich seine liebevoll gestalteten Adventskalender verkauft. Ein gelungenes Beispiel für Adventskalender.
Vest. „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier – dann steht das Christkind vor der Tür.“ Dieser Reim gehört zu einem Brauch, von dem viele meinen, dass er sehr alt sei. Doch tatsächlich ist er noch nicht einmal 180 Jahre alt.
Zum Advent, der am morgigen 2. Dezember beginnt, gehört für viele Menschen ein Adventskranz, dessen vier Kerzen das heranrückende Weihnachtsfest symbolisieren.
Am Ende der 30er Jahr des 19. Jahrhunderts war es der evangelische Pfarrer Johann Heinrich Wichern, der diesen Brauch begründete. In seiner „Rettungsanstalt für verwahrloste Kinder des Rauhen Hauses“ in Hamburg ließ er einen Kranz (andere sprechen von einem Kronleuchter oder von einem Wagenrad) mit 24 Kerzen schmücken. Während seiner täglichen Andacht wurde in den Dezembertagen jeweils eine Kerze entzündet. „Mit jedem Tag ein Licht mehr“, so das Motto des Pastors.
Erst später wurde der Kranz mit Tannengrün geschmückt. Vom „Rauhen Haus“ aus fand der Adventskranz dann in seiner Version mit vier Kerzen für die vier Sonntage vor Weihnachten auch in katholischen Haushalten Nachahmer und Verbreitung.
Ein weiterer relativ junger Brauch ist der Adventskalender. Für Kinder bisweilen der wichtigste Kalender der Welt. Der Münchener Verleger Gerhard Lang brachte 1908 den ersten seiner Art heraus: Er bestand aus zwei Blättern Papier. Auf das eine waren Zahlen aufgedruckt, auf das andere 24 Bilder, die das Christkind mit vielen Engeln zeigt, wie es backte, Geschenke verpackte und den Tannenbaum schmückte. Diese Bilder konnten ausgeschnitten und auf das andere Blatt geklebt werden. Dieser 24-Tage-Plan sollte den Kindern das Warten erleichtern. Mit den Jahren wurde daraus vor allem ein mit Süßigkeiten versehener Dezemberkalender. Inzwischen gibt es ihn in vielfältigen Variationen. Der Sinn der Adventszeit, die Vorbereitung auf die Geburt Jesu Christi, bleibt dahinter verborgen.

