Dorsten/Marl. Als vor genau zwei Jahren bekannt wurde, dass das Essener Unternehmen Dela im Industriepark Dorsten-Marl radioaktive Klärschlämme aufbereiten wolle, war die Aufregung gewaltig. Das Unternehmen dementierte die Pläne. Jetzt die neue Nachricht: In zwei Jahren kommt dieses Recyling-Verfahren doch nach Dorsten.
Schon Ende 2010 war immer wieder betont worden, es handele sich um schwach radioaktive Schlämme, die bei der Erdgasgewinnung in den Niederlanden anfallen. Dem Schlamm wird bislang in Essen das wertvolle Quecksilber und dann das Wasser entzogen. Dann geht es zurück in die Niederlande.
Im September 2013 will Dela für acht Millionen Euro eine Aufbereitungsanlage im Industriepark bauen, im Jahr 2014 soll der ganze Betrieb aus Essen-Karnap nach Dorsten umsiedeln. Das gab das Unternehmen in dieser Woche bekannt.
Gefahren für die Mitarbeiter und für die Dorstener gebe es nicht, das betonte Dela-Geschäftsführer Christian Bonmann. Es handele sich um ein geschlossenes System und um schwach radioaktives Material.
Auffällig wurde das Unternehmen (es startete 1991 mit der Aufarbeitung von Leichtstoffröhren) bislang nicht. Die Stadtverwaltung Essen hatte die Firma geprüft, die Bezirksregierung Düsseldorf die Genehmigung erteilt. Deren Mitarbeiter attestierten „kein Befund“. Auch die Industriepark-Projektgesellschaft hatte keine Bedenken: Es handele sich um eine topmoderne Instrieanlage und um ein erfahrenes Unternehmen.
Übrig blieb nur ein Vorurteil. So sieht das auch ein Unternehmen, das in Sichtweite von Dela Trinkwasser aus dem Dorstener Boden gewinnt, das (ebenfalls Essener) Unternehmen Spielmann, das aus Dorsten demnächst das Mineralwasser „Stiftsquelle“ liefert.
In der Sache, so heißt es, hätte der Trinkwasser-Produzent keine Bedenken. Nur auf das Wasser-Image soll das Wort „radioaktiv“ bitte nicht durchschlagen.

