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Dorsten: Auf Kohle folgt Wasser

Dorsten. Immer war nur von Kohle die Rede, die auf der Dorstener Zeche gefördert wurde. Das ist längst vorbei. Aber es wird weiter gefördert: Warmes Wasser. Es ist der Rest einer Tradition, die Dorsten mehr als 100 Jahre geprägt hat.

15 Mann arbeiten noch im Schatten des Förderturms in Hervest-Dorsten. Zehn Jahre nach dem Ende der Zeche, vier Jahre nach dem Ende der Verbund-Schachtanlage Westerholt. Die Männer müssen noch immer unter Tage, in 850 Meter Tiefe. Dort unten arbeiten die Pumpen, die von Prosper (Bottrop) und von Auguste Victoria (Marl) das Grubenwasser fernhalten.

Von hier unten wird das Wasser an die Oberfläche gepumpt und dann weiter durch eine Rohrleitung in die Lippe. 3,3 Kubikmeter sammeln sich jede Minute an, Oberflächenwasser, das sich den Weg von Oben gesucht hat und sich in den unterirdischen Hohlräumen sammelt. Es fließt von Süden nach Norden, also raus aus dem Ruhrgebiet. Bis zu zehn Kilometer hat es zurückgelegt, bis es wieder zurück an die Erdoberfläche kommt.

Einfach fließen lassen, das geht nicht. Denn was nicht in Dorsten abgepumpt wird, das könnte nebenan in Marl Probleme machen. Denn die AV-Felder grenzen an die Wulfener Felder.

Um auch in der Tiefe an die Pumpen zu kommen, muss der Schacht 1 freigehalten und belüftet werden. Kontrolliert wird aus der Ferne, vom Schacht Pluto in Herne. In drei Jahren ist auch in Marl mit der Förderung Schluss, bis dahin muss ein Konzept stehen, wie es dann mit der Wasserhaltung weiter geht.

Noch sind Überlegungen nicht entschieden, AV zu einem unterirdischen Wasser-Kraftwerk umzubauen. Fraglich ist, ob sich das rechnet.

Auch eine andere Wirtschaftlichkeits-Berechnung steht noch aus: Das Grubenwasser ist 30 Grad warm, das könnte man doch für eine Gebäudeerwärmung nutzen. Interessenten in der Nachbarschaft soll es geben, fehlt nur noch ein Kooperationspartner.

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