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Ein Standort (Marl) mit Zukunft

Marl. Der Kommissar aus Brüssel kam vorbei, man musste mit ihm mal über das Thema Energiekosten reden: In dieser Woche war Günther Oettinger im Marler Chemiepark zu Gast. Zunächst für ein kleines Chemieexperiment, dann für eine kurze Grundsatz-Stellungnahme (bezahlbare Energie). Schließlich ging es zum Essen und zum wichtigsten: Der Chemiepark braucht niedrige Energiekosten, um den Standort zu stärken, um wettbewerbsfähig zu bleiben und um Arbeitsplätze zu sichern.

Acrylsäure, so erfuhr der hohe Gast bei einem eigenhändigen Experiment, kann nicht nur das 50- bis 500-fache an Wasser aufnehmen (gut bei Windeln), sondern lässt sich auch unter Sand mischen, um dort Wasser zu binden, das an Pflanzen abgegeben werden kann. Evonik-Vorstandsvorsitzender Klaus Engel assistierte und konnte zugleich die Bedeutung der Energie für den Chemiepark und die gesamte Wirtschaft unterbringen.

Der Brüsseler Besucher zeigte sich beeindruckt von der Innoviationskraft des Chemieparks und stand schon vor den nichtöffentlichen Gesprächen an der Seite des Konzernchefs: Energie sei ein wichtiger Faktor in der Industrie, die Kosten steigen stetig, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sei reformbedürftig. Änderungen seien aber nur möglich, wenn die Bevölkerung dafür gewonnen werde. Sie müsse erkennen, dass es um die Erhaltung der industriellen Wertschöpfung und um Sicherheit für den Arbeitsmarkt gehe.

Und im Chemiepark scheint ihm das bestens angelegt: Ein Areal mit verschiedenen Unternehmen und vielen Produkten, „das ist eine kluge Idee“. Sein Fazit: „Der Standort Marl hat Zukunft.“

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