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Marler Schöffengericht verurteilt Betrüger

Marl. Der 59-jährige Halterner saß zitternd auf der Anklagebank und sagte kein Wort. Drei Tage lang verhandelte das erweiterte Schöffengericht Marl gegen ihn wegen Betruges. Am Ende blieben sechs von 15 Anklagepunkten übrig und eine hohe Strafe: 39 Monate Haft und das Fazit des Gerichts: „Wir sehen zu Gunsten des Angeklagten gar nichts.“

Eigentlich ist es ein Brüderpaar, das Privatleute und Autohäuser mehrfach aufs Kreuz legte. Doch der 55-jährige Bruder ist seit langem schwer krank, das Verfahren gegen ihn wurde abgetrennt und vorläufig eingestellt.

Die Brüder zockten zwei Krankenpfleger ab, denen sie hohe Kredite versprachen und von denen sie im Gegenzug „Gebühren“ von 11.700 bzw. 4000 Euro kassierten. Doch es war gar kein Geld da, das sie verleihen konnten, auf ihrem Konto gingen nur die Zahlungen des Sozialamtes ein.

Ausgetrickst wurden auch mindestens zwei Autohäuser in Haltern und Marl. Erst bestellten die Brüder ein Auto, dann wollten sie vorab schon mal zwei Gebrauchtwagen und stockten den Autokauf noch einmal um weiteres, mehr als 50.000 Euro teures Auto auf. Als die Autohäuser merkten, dass gar kein Geld kam, holten sie die Wagen wieder ab.

In Haltern ging das schon dramatisch zu: Das beauftragte Abschleppunternehmen stoppte das gesuchte Fahrzeug mitten auf einer Kreuzung und erst die herbeigerufene Polizei konnte die Rechtslage klären. Anzeige gegen die „Käufer“ erstatteten die Autohäuser nicht – es lohnte den Aufwand nicht.

Der Verteidiger überraschte mit der Behauptung, der Prozess habe nicht erwiesen, dass der Angeklagte gewusst habe, dass sein Bruder gar nicht die Millionen hatte, die die beiden immer wieder vortäuschten. Er forderte Freispruch.

Das Urteil blieb mit 39 Monaten um drei Monate unter dem Antrag der Staatsanwältin. Erklärung: Drei Monate hatte der vielfach einschlägig vorbestrafte Angeklagte erst wenige Tage vor Prozessbeginn abgesessen.

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