
Vest. Wenn Menschen am Wasserrand auftauchen, dann sind alle Enten alarmiert und steuern zügig quakend ihre „Wohltäter“ an: Es gibt Brot. Tierschützer sind besorgt und mittlerweile verzweifelt. Die liebgemeinte Aktion schadet der Tierwelt. In Dorsten hat die Stadt am Wallgraben jetzt mahnende Tafeln aufgestellt. In Marl geht man jetzt schärfer vor und droht mit 35 Euro Verwarngeld.
Jahrelang gab es am Marler Citysee mahnende Worte: Das Brot vergammele im Wasser, binde Sauerstoff und bringe die Fische um. Tatsächlich war der See mehrfach umgekippt. Dann kam die millionenteure Überarbeitung des Sees und die erneute Warnung – es half nichts. In dieser Woche beschloss der Rat, die „Ordnungsbehördliche Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Stadt Marl“ auszuweiten: Füttern verboten für Tauben und Wasservögel, verwilderte Haustiere und Fische. Bislang galt das nur für Tauben, die das nebenliegende Rathaus übelbst bekleckerten. Reisstreuen bei Hochzeitsfeiern gab es danach nicht mehr. Das kostet 35 Euro.
In Dorsten geht man noch den milden Weg: Hinweisschilder weisen auf die Folgen hin: Das Brot schadet den Tieren, Brot sinkt zu Boden, bildet Faulschlamm, der bestimmte Algensorten begünstigt, die zum Umkippen des Gewässer führen. Nebenbei: Zum Füttern kommen immer mehr Enten, außerdem auch Ratten und andere Schädlinge. Schon jetzt sei der Wallgraben in einem besorgniserregenden Zustand, der sich nur über längere Laufzeiten der Umwälzpumpen verbessern ließ.

