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Bakterien zerstören Marler Friedhofswald

Marl. Der Wald des alten Brasserter Friedhofs ist offenbar weit stärker gefährdet als bislang angenommen: 42 Bäume müssen gefällt werden, so die Verwaltung. Im März war erst von zehn Bäumen die Rede.

Die mächtigen Rosskastanien prägen die historische Grünanlage zwischen Rathaus, Sickingmühler Straße und Hallenbad. Alte Gräber, Park und bemerkenswerte Kunstwerke bilden zusammen mit dem Europäischen Friedenshaus eine Mischung, die vielfach als Marler „Geheimtipp“ gilt.

Doch der Parkcharakter wird sich grundlegend ändern. Von der Allee, die auf das Friedenshaus zuführt, bleiben nur vier Bäume stehen, die anderen sind von Bakterien befallen, die seit sechs Jahren in Europa bekannt und derzeit nicht zu bekämpfen sind.

Als Folge sterben Äste ab, holzzersetzende Pilze siedeln sich an. In dieser Woche mussten Wege gesperrt werden, in den Wintermonaten müssen 37 Kastanien und fünf andere Bäume gefällt werden – Kosten 17.000 Euro.

Die Aktion ist brisant: Das Bakterium ist hoch infektiös und wird sowohl durch Kontakt (Insekten, Vögel usw.) als auch durch die feuchte Luft übertragen. Es dringt über natürlich vorhandene Öffnungen in Rinde und Blättern ein. Die in Marl befallenen Bäume sollen vor Ort zerkleinert werden und in geschlossenen Containern zur Verbrennung gefahren werden.

Die verbleibenden Bäume bekommen „vitalitätsverbessernde Maßnahmen“.

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