
Haltern. Demografischer Wandel heißt sinkende Einwohnerzahlen. Und dagegen gibt es nur ein Mittel: Neubaugebiete. Auch Haltern schlägt diesen Weg ein und bietet 282 Grundstücke im Neubaugebiet Elterbreischlag in Sythen an. Jetzt können die ersten Bauanträge gestellt werden.
Seit Ende Januar laufen die Vorbereitungs-Arbeiten, 80 Prozent hat eine Firmen-Arbeitsgemeinschaft aus Marl, Stadtlohn, Bockolt (NL) und Legden bereits fertiggestellt, in einem Monat soll alles beendet sein: Ein Regenrückhaltebecken, 2,7 Kilometer Regenwasser-Rohre, 2,6 Kilometer Schmutzwasser-Rohre. Für einen Damm wurden 15.000 Kubikmeter Füllboden angefahren, Versorgungsleitungen (Gas, Wasser, Strom) sind verlegt, als letztes kommt die Baustraße, dann sind 4,16 Millionen Euro verbaut.
Seit dem 4. Oktober können Bauanträge für den Westen (zwischen Brinkweg und Lehmbrakener Straße) und ab dem 24. Oktober für den Osten (zwischen Lehmbrakener Straße und Eisenbahn) gestellt werden.
Zwischen 300 und 800 qm groß werden die Grundstücke sein, die Hälfte der 81 städtischen Grundstücke sind bereits verkauft, die Nachfrage sei riesig, bestätigt Halterns Baudezernent Wolfgang Kiski. Ein großer Teil kommt aus den Nachbarstädten.
Haltern hat ein positives Image: Als Stadt am See, mit Lippe, Auen und Wald. Industrie liegt ein ganzes Stück weg, in Marl. Größter Arbeitgeber ist die Stadtverwaltung. Die Stadt hat einen Kern im klassischen Sinn. Kein Wunder, dass die Einwohnerprognosen ausgesprochen günstig sind: letztes Jahr hatte die Stadt noch 37.900 Einwohner, im Jahr 2030 sollen es immerhin noch 36.030 sein. Gemessen an anderen Städten des Vestes ist das ein sehr gutes Ergebnis.
Um neue Einwohner zu gewinnen, sollen nicht nur die Baulücken geschlossen werden, Haltern will weitere Baugebiete ausweisen: Im Grünen Winkel gibt es noch Raum für 60 Bauplätze, in Bossendorf für 50 am Wehr in Sythen für 40.
Zuvor aber geht es in Sythen los. Ab Anfang November können hier die ersten Baugruben ausgehoben werden.
Von den 282 Grundstücken werden 40 zu einem Preis von 155 Euro pro Quadratmetern verkauf. Bevorzugt werden Familien, für das erste Kind reduziert sich der Preis um fünf Euro je qm, für jedes weitere um zehn Euro.

