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Zweifel am Drogen-Dealer

Dorsten. Der Rauschgift-Handel war offenbar gewaltig: Zwischen März und November 2010 soll eine Dorstener Tätergruppe bei zwei Dutzend Fahrten aus den Niederlanden jeweils 10 bis 15 Kilogramm Marihuana eingeführt haben. Doch stimmen die Aussagen eines Aussteigers? Das Landgericht Essen hatte Zweifel.

Der ehemalige Drogendealer ist inzwischen im Zeugenschutzprogramm, er fürchtet um sein Leben. Damalige „Geschäftsfreunde“ hätten ihn bedroht, weil sie noch einige Tausend Euro von ihm haben wollten. Um seine Familie zu schützen, ging er zur Polizei.

Einen Kunden des Dorstener Dealers hat das Landgericht Essen bereits zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der 34-Jährige soll insgesamt 16 Kilo Marihuana gehandelt haben. Doch die Aussagen des Zeugen ließen beim Gericht auch Zweifel aufkommen.

Jetzt stand ein 27-jährirger Dorstener vor dem Landgericht Essen. Er soll dabei gewesen sein, als die Gruppe das bestellte Marihuana jede Woche aus den Niederlanden abholte. Stefan A. soll 10,7 Kilo erhalten haben, die er dann im lokalen Abnehmerkreis gewinnbringend weiterverkaufte. So die Anklage.

Grundsätzlich habe er was mit dem Geschäft zu tun gehabt, das gab er zu. Aber er habe nur geringe Mengen erworben und die auch nur für den Eigenkonsum. 500 Gramm gab er zu -und mehr war ihm auch nicht nachzuweisen. Das Gericht sah wieder Schwächen in den Aussagen des Zeugen, Widersprüche beim Zeitraum und beim Kreis der Abnehmer.

So stand am Ende eine dreijährige Haftstrafe. Allerdings weil der Angeklagte massiv vorbestraft ist und weil noch eine frühere Verurteilung von 20 Monaten mit in dieses Urteil einbezogen wurde.

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