Oer-Erkenschwick (art). Es war ein kurzer Moment der Unachtsamkeit: Die Haustür stand sperrangelweit auf – und die scheue Hündin Carmelita lief davon. Lief von Lüdinghausen nach Olfen, lief nach Haltern, lief und lief und lief. Letzte Woche wurde der ehemalige Straßenhund aus Spanien in Oer-Erkenschwick gesichtet – seit dem drehen die Menschen am Rad.„Es ist nicht möglich, diesen Hund einzufangen“, sagt Ulla Scholz – sie meint es todernst. Scholz ist Expertin, eine Art Hundeflüsterin, mit über zwanzig Jahren Erfahrung. Sie verschränkt die Arme: „Der einzige Weg führt über unsere Lebendfalle.“ Die hat sie eigens aus Mönchengladbach organisiert und an einem ruhigen Ort aufgestellt.So richtig ruhig ist es nicht mehr, seit eine lokale Tageszeitung berichtet hat. Vergangenes Wochenende herrschte reges Treiben am Friedhof, wo der Mischling sich immer wieder aufhielt. „Das war ein richtiger Menschenauflauf“, erinnert sich Scholz, „das verschreckt dem Hund.“ Im schlimmsten Fall, warnt sie, flieht Carmelita. In die Haard, oder – schlimmer noch – in Richtung Recklinghausen.Ulla Scholz hofft darauf, dass sich die Wogen glätten – dann kann sie Ihrer Arbeit ungestört nachgehen. Zur Zeit tut sie kein Auge zu, hält täglich Nachtwache. „Im Zweifel kann es bis zu einem Jahr dauern“, erklärt sie, „bis wir diesen Hund haben.“Carmelita ist zuletzt im Rudel mit 30 Tieren in einer spanischen Auffangstation gehalten worden. Wenn Sie Carmelita sehen: versuchen Sie auf keinen Fall, sie einzufangen. Melden Sie dafür Ihre Beobachtung an 0 23 68 / 87 55 00

