Dorsten. Die Grundschul-Landschaft wackelt – schon wieder. Betroffen ist in erster Linie die Johannesschule (Feldmark): Die Schulaufsicht hat die Bildung einer vierten Klasse abgelehnt. Erst im vergangenen Jahr hatte die Stadt nach massivem Druck der Eltern einen Schulverbund mit der Pestalozzischule (Hardt) und der Wilhelm-Lehmbruck-Schule (Östrich) organisiert, um alle drei Standorte zu erhalten.
Die Entscheidung ziele darauf hin, den Standort Johannesschule ganz aufzugeben, so die verschreckten Dorstener Politiker, die sich unverzüglich auf die Suche nach den Schuldigen gemacht haben.
Die CDU sieht den Schwarzen Peter bei der Landesregierung (rot-grün), die den Grundschulen die Grundlagen entziehen wolle. Die SPD und die Grünen sehen die Schuld bei Schulrätin Sabine Metelmann (sie habe ihren Spielraum nicht genutzt), in die Kritik geraten ist auch die kommissarische Schulleiterin Renate Sterzenbach (sie habe erste die Eltern informiert und dann den Schulträger einbezogen).
Auch der Verbund zwischen Kardinal-von-Galen-Schule (Altendorf) und Agathaschule (Altstadt) stehen Probleme ins Haus, weil in Altendorf eine Klassenstärke von 18 Schülern nicht gesichert ist.
Bei der Agathaschule II (Hardt) ist das Ende wohl eher da als erwartet. Die Stadt hatte den Eltern zugesagt, dass die Schule langsam auslaufen werde und keine neuen Schüler aufnehme. Jetzt soll die künftige 2. Klasse schon nicht mehr zu Stande kommen, weil die Schülerzahl an beiden Agatha-Standorten zusammen nicht mehr für drei Jahrgänge ausreicht.
An der Johannesschule sorgte die Ankündigung der Schulaufsicht, keine vierte Klasse zuzulassen, bereits für eine Flucht: Zahlreiche Eltern meldeten ihre Kinder dort ab.
Inzwischen deuten sich Lösungsmöglichkeiten an: Um an der Johannesschule weiterhin einen Unterricht für die Klassen 3 und 4 zu ermögliche, könnte es einen jahrgangsübergreifenden Unterricht geben. Für die Klassen 1 und 2 hofft die Stadt, die Eltern doch noch zu einer Anmeldung an dieser Schule überzeugen zu können.
In der Kardinal-von-Galen-Grundschule ist nun die Mindestzahl von 18 Kindern erreicht und die Stadt hofft, dass die Bezirksregierung ihre Entscheidung noch einmal überdenkt.
Der Schulausschuss wird sich mit dem Thema am 11. Juli befassen.

