
Recklinghausen. Es scheint unabdingbar: Die Rettung des Saalbaugebäudes an der Dorstener Straße ist vom Tisch. Noch in diesem Jahr soll der Rat über die Nachfolgenutzung des Geländes entscheiden. Voraussichtlich im kommenden Jahr soll das städtische Saalbaugebäude an der Dorstener Straße abgerissen werden. Geplant ist an gleicher Stelle eine hochwertige Wohnbebauung entlang der Dorstener Straße. Den derzeitigen Entwurfs-und Planungsstand zur Nachfolgenutzung hat Bürgermeister Wolfgang Pantförder am Dienstagabend dem Ältestenrat vorgestellt.
„Wir wollen im Bereich der Innenstadt hochwertiges Wohnen möglich machen, das Gewerbe mit einbeziehen kann“, sagt Pantförder.
Der Entwurf, der ein Gemeinschaftswerk von drei unterschiedlichen Fachbereichen ist (Fachbereich Planen, Umwelt, Bauen; Fachbereich Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Liegenschaften; Fachbereich Gebäudewirtschaft), sieht folgendes vor:
Einzelhäuser auf der westlichen Fläche des bisherigen Saalbaugeländes: Aufgelockerte Bebauung. Häuser sollen aus etwa drei Geschossen und einem Dachgeschoss bestehen.
Markenzeichen der neuen Bebauung soll ein kleiner Platz auf Höhe der Limperstraße werden – zwischen Cäcilienhöhe/Dorstener Straße: Von dort führt die Treppe zur Cäcilienhöhe, um die Verbindung für Fußgänger zu erhalten.
Mehrgeschossige Bebauung auf der östlichen Fläche: Möglicherweise können in diesem östlichen Bereich kleine Läden oder Café s jeweils im Erdgeschoss angesiedelt werden.
Insgesamt beschränkt sich die Bebauung auf den vorderen Bereich, der hintere soll wegen seiner Grünflächen unangetastet bleiben. Daher können dort Gärten angelegt werden, ebenso wird es Platz für Vorgärten geben. Hinter dem Saalbau befinden sich ehemalige Luftschutzstollen, die durch das Konzept nicht berührt werden.
„Unser städtebauliches Konzept sieht vor, dass wir die beabsichtigte Nachfolgenutzung des Saalbaugeländes so umgebungsverträglich wie möglich gestalten“, sagt Andreas Rapien, Fachbereichsleiter Planen, Umwelt, Bauen.
Das Büro Feja + Kemper hat das Konzept der Stadtverwaltung aus architektonischer Sicht weiterentwickelt, ausgearbeitet und digitalisiert. Der Entwurf zur Nachfolgenutzung kann nun von den Parteien diskutiert werden. Voraussichtlich am 12. September wird die Verwaltung das Konzept im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vorstellen. Der Rat entscheidet abschließend, was mit dem Saalbaugebäude passieren und wie die künftige Nutzung des Geländes aussehen soll.
Sollte der Rat grünes Licht geben, könnte ab 2013/2014 mit der Vermarktung der Grundstücke begonnen werden. „Aus unserer Sicht sind die Chancen für eine erfolgreiche Vermarktung an diesem Standort gut“, sagt Axel Tschersich, Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Liegenschaften.
Das Saalbaugebäude ist im Jahre 2000 wegen brandschutztechnischer Mängel geschlossen worden. Seitdem ist es ungenutzt, eine Revitalisierung scheiterte an einem finanzierbaren Gesamtkonzept. Nachdem das Land Nordrhein-Westfalen 2009 einen Zuschuss in Aussicht gestellt hatte, lobte die Stadt Recklinghausen einen Realisierungswettbewerb zur Wiederherstellung des Saalbaus aus. Das Büro Feja + Kemper gewann den Wettbewerb. Weil das Land den Zuschuss 2010 jedoch strich, ist eine Revitalisierung wirtschaftlich nicht mehr vertretbar.

