Vest. Der Winterdienst war nicht schlecht. Die Bürger waren nur schlecht informiert. Dieses Fazit ziehen die Städte des Kreises aus dem letzten, langen Winter. Ihre Vorbereitung auf den nächsten Winter: Mehr Salz, mehr Informationen.Recklinghausens Bürgermeister Wolfgang Pantförder verteidigte im Januar mit klaren Worten die Arbeit des Kommunalen Service Betriebes (KSR). Und holte sich damit wütende Proteste der Bürger. In Dorsten stellte sich Bürgermeister Lambert Lütkenhorst den Beschwerden der Bürger und versuchte es mit Verständnis. In Marl stellte der Bürgermeister das Arbeitsprinzip des Zentralen Betriebshofes (ZBH) vor und kündigte Lösungen an.Jetzt ist Sommer, jetzt ist beste Vorbereitungszeit. Alle Städte haben festgestellt: Die Erwartungen der Bürger liegen deutlich über dem, was die Stadt leisten kann und muss. In schwachen Wintern fällt das nicht auf. Doch jetzt müssen die Bürger aufgeklärt werden.In Marl wurde nun ein Infoblatt angekündigt: Innerorts sind nur die gefährlichen Stellen verkehrswichtiger Straßen zu räumen und zu streuen. Und die organisatorische und finanzielle Leistungsfähigkeit einer Stadt darf nicht überspannt werden. Das sagt das Gesetz. Bei den Anliegerstraßen darf man sogar ein Mitwirken der Bürger erwarten. Die Stadt wird den Kritik-Spieß sogar umdrehen und kontrollieren, ob auch die Bürger ihren Räumpflichten nachkommen.Herten hat sich eine „Erhöhung der Bürgerzufriedenheit“ zum Ziel gesetzt, aber unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte. Ein „Winterdienst-Flyer“ mit Skizzen soll für Aufklärung sorgen. In Marl wurde bereits eine „intensivere Öffentlichkeitsarbeit“ angekündigt.Recklinghausen wird den Salzvorrat auf 2000 Tonnen aufstocken und die Streutouren von drei auf zehn erhöhen, um den Einsatz von Drittunternehmen zu reduzieren.Marl macht es umgekehrt: Fremdunternehmen sollen schon jetzt verpflichtet werden, zwei neue Schneeräumschieber sollen angeschafft werden, der Streusalzvorrat auf 800 Tonnen verdoppelt werden.Auch Herten will Lohnunternehmer einbinden und die Fahrzeug-und Geräteausstattung ergänzen.Schon jetzt, so die Hertener Verwaltung, „gehen die Winterdiensttätigkeiten der Stadt Herten weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus“.In Marl mag man gar nicht über Aufgabenerweiterung reden, Herten verweist schon mal auf die unvermeidbaren Konsequenzen: Das müsste dann „zu einer Anpassung der Hebesetzte der Grundsteuer führen“.

