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„Dick Ein Saufen“ geht nicht

Marl. Werden Tausende kommen? Oder Hunderte? Oder nur ein paar? Spannung heute in Marl-Sickingmühle. Die erste groß angekündigte Facebook-Party des Kreises soll stattfinden. Gestern kam die offizielle Absage, nicht vom Einlader, sondern von der Stadt Marl: Eine Allgemeinverfügung untersagte die Party und sprach ein Alkoholverbot unter freiem Himmel aus.

„Eine Entscheidung im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“, so erläuterte Bürgermeister Werner Arndt die Entscheidung. Seit zwei Wochen ist die Einladung bekannt: „Richtig Dick Ein Saufen um Thessa Zu ÜberBieten“ hieß die Überschrift (das Sonntagsblatt berichtete). Sie ist längst vom Netz genommen, der Account ist gelöscht. Mit dem Weiterleiter der Einladung, einem jungen Marler (unter 20) hat die Stadt Kontakt.

Es ist erst der zweite Versuch im Kreis Recklinghausen, eine Facebook-Party zu starten, so Michael Franz, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Recklinghausen. Vor zwei Wochen war eine Einladung in Dorsten-Holsterhausen völlig ohne Reaktion geblieben. Diesmal, am Kanal in Marl, sind Polizei, Wasserschutzpolizei und Ordnungsamt im Einsatz.

Die Marler Straße bekommt eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h. Die wenigen Zufahrten zum Ortsteil (im Westen bildet der Chemiepark eine Grenze, im Norden die Lippe) erhalten ein Schild: „Facebook-Party fällt aus“. Ausweiskontrollen sind angesagt.

Erleichterung habe es bei den Bürgern gegeben, so berichten die Politiker des Ortsteils. Sie sorgten sich um ihre Autos und ihre Vorgärten.

„Wir haben nichts dagegen, wenn junge Menschen sich verabreden, um gemeinsam in der Öffentlichkeit zu feiern“, sagt der Bürgermeister. Aber dieses sei eine „unkoordinierte Veranstaltung“ ohne Einlader, ohne Ordnungsdienst, ohne Sicherheitskonzept und auf einem Gelände, das nicht für eine größere Ansammlung geeignet sei. „Wir können daher nicht ausschließen, dass die Veranstaltung aus dem Ruder läuft, und haben nach intensiver Abwägung beschlossen, die Veranstaltung im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu untersagen.“ Davon war nämlich bislang nicht die Rede.

Facebook-Nutzer haben allerdings Zweifel, ob die Einladung mit der provozierenden Überschrift überhaupt ernst gemeint war oder nur jugendlichem Übermut entsprang. So sieht die Polizei ihren Einsatz in erster Linie als Vorsichtsmaßnahme. Schließlich hat man noch keine Erfahrungen gesammelt.

Ähnlich geht es den Sickingmühlern. Kirchgänger fragten besorgt nach, ob sie denn am Sonntagmorgen zur Messe gehen könnten. Oder ob das auch vom Ansammlungsverbot betroffen sei. Auskunft der Verwaltung: Keine Sorge, zur ersten Messe sei die Allgemeinverfügung ohnehin schon wieder außer Kraft.

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