Werbe hier
Veröffentlicht in

Standortsuche am runden Tisch

Herten. Das wird eine Bürgerbeteiligung in Herten, wie es sie so noch nie gegeben hat. Ein „runder Tisch“ wird eingerichtet, an dem etwa 15 bis 20 Mitglieder Platz nehmen werden und die Frage diskutieren, ob und wenn ja wo eine neue Moschee in Langenbochum errichtet werden kann. „Es werden Menschen sein, die privat oder beruflich mit dem Ortsteil verbunden sind“, erklärt Bürgermeister Dr. Uli Paetzel. Politiker und Vertreter der Stadtverwaltung dürfen nicht mitreden.

Seit etwa acht Jahren sucht der Ditib-Moscheeverein nach einer Fläche für ein neues Gemeindezentrum. Seit 1990 ist die Sultan-Ahmet-Moschee in einem Altbau an der Feldstraße 206 untergebracht. Die Männer beten im früheren Wohnzimmer. Für die Frauen gibt es wenig Räume und für die Jugendlichen gar keine. Alles, was sonst noch in einer Moschee angeboten wird wie Hausaufgabenhilfe, Bildungsveranstaltungen, einen Treffpunkt für die Fußballmannschaften, kann derzeit nur bedingt oder gar nicht angeboten werden. Es mangelt an Platz.

Die Moderationübernimmt der 48-jährige Jörg Lukat, der in Langenbochum lebt und in Dortmund als Polizeidirektor arbeitet. „Er ist parteipolitisch neutral, bringt ein großes Sachwissen mit und ist auch sonst über jeden Zweifel erhaben“, betont Paetzel. „Wir wollen das Thema nicht zerreden, sondern mit einem straffen und strukturierten Zeitplan zu einem Ergebnis kommen“, verspricht der zweifache Familienvater Lukat.

Der Moscheeverein plante bisher ein zweigeschossiges Gebäude mit 450 bis 500 Quadratmetern. Deutlich kleiner und schlichter als die Moschee am Paschenberg und ohne Minarett. „Doch auch diese Pläne kommen am Runden Tisch noch mal auf den Prüfstand“, kündigt Stadtbaurat Volker Lindner an.

Publikum ist bei den Sitzungen nicht zugelassen. „Über die Medien wollen wir die nötige Transparenz herstellen“, erklärt Lukat.

In den Langenbochumer Filialen von Sparkasse und Volksbank werden „Meinungskästen“ aufgestellt, in denen alle Bürger Fragen, Kritik und Anregungen hinterlassen können. Diese fließen in die Diskussion am Runden Tisch ein. Fremdenfeindlichen und rassistischen Äußerungen erklärt Lukat bereits im Vorfeld eine Absage. „Solche Bekundungen werden wir erst gar nicht zur Kenntnis nehmen.“

Ein Abschlussbericht ist geplant, der dem Hertener Rat wohl am 20. Juli vorgelegt werden soll. Nach den Sommerferien soll darüber entschieden werden.

Werbe hier