
Spaß zu sechst: Regisseur Lucas Kessler (zweiter v. r.) samt Crew am Set. FOTOS: Peter Fechner, Bremen
Recklinghausen (art). 500 Kilogramm Streusalz, verzweifelt bei Nacht und Kälte auf dem Bürgersteig verteilt. Doch der Schnee in Bremen ist zu hartnäckig – und im Drehbuch steht nichts von Schnee. Der Film scheint dem Tode geweiht.
Das war im Dezember. Heute schmunzelt Lucas Kessler, wenn er davon erzählt. Er richtet die Krempe seines Strohuts. Es ist sein erster Kurz-Spielfilm und er ist Regisseur. Premiere ist im April.
Auf die Idee kommen der gebürtige Recklinghäuser und sein Arbeitskollege Andrè Stahl im Sommer 2010. Stahl ist Kameramann braucht ein Bewerbungsvideo für ein Studium. Und weil Kessler Regie studieren will, kommt ihm die Referenz gelegen.
„Der Vorführer“ heißt der Streifen, dauert runde acht Minuten und erzählt von einem Mann hinter der Leinwand eines Pornokinos. Gerrit Neuhaus spielt den Sozialphobiker, „ein Glücksgriff“, strahlt Kessler und ergänzt dann: „Gerrit hat sogar in meinem Schrank geschlafen“. 80 Bewerber melden sich damals auf die Anzeige – Gage gibt es keine. Die überschaubare Förderung des Filmbüro Bremen geht hauptsächlich für Equipment und Catering drauf. Und auch Kessler steckt Geld hinein: aus der Versicherungszahlung aus einem Auffahrunfall. Er lacht: „Mein Wagen ist kaputt, aber der Film ist fertig“.
Vom Resultat ist Kessler überzeugt: „Wir haben professionell produziert“. Er sagt das fast frei von Stolz, so wie man über eine Tatsache spricht. „Allerdings hat die Story ein paar Lücken. Das hätten wir besser machen können.“
Auch in Recklinghausen soll der Film gezeigt werden, „wir planen noch“. Bis dahin freut sich Kessler über neue Kontakte. Mitte des Jahres tritt er seine erste Regieassistenz an. Dieses Mal für Geld.
Info: Premiere ist am Sonntag, 10. April, 13 Uhr, im Kino 46, 28217 Bremen.

