Werbe hier
Veröffentlicht in

Mit Kabel und Messer die Oma umgebracht

Datteln. Er soll seine Großmutter mit einem Zuleitungskabel gedrosselt und mit einem Messer die Halsvene durchtrennt haben. Jetzt steht der 26-jährige Dattelner vor dem Landgericht Bochum, angeklagt wegen Mordes.

Doch es geht in dem Prozess nicht um Strafe. Der Angeklagt soll an einer paranoiden Schizophrenie mit episodischem Verlauf leiden.

Seine Großmutter sei „eine gute Frau“ gewesen, erzählt der junge Mann dem Gericht. Sie habe auf ihn aufgepasst, sich immer um ihn gekümmert. Mit 14 zog er in ihre Wohnung und war in den nächsten fünf Jahren ihr „Lieblingsenkel“. Auch wenn es manchmal Streit gab, habe man sich doch insgesamt gut verstanden.

Weniger gut lief es ansonsten für den Dattelner. Er wurde immer dicker, immer gehänselt. Mit 16 Jahren wog er 103 Kilo, seine Mutter sah ihn als „Frustfresser“.

Es kam ein erfolgreiches Abspecken um 36 Kilo in einem Jahr. Der Dattelner machte den Realschulabschluss, jobbte als Produktionshelfer.

Dafür ging es privat bergab. Die Wohnung verwahrloste, sein Selbstbewusstsein litt unter Eifersucht. Jahrelanger Cannabis-Missbrauch folgt, es gab einen Selbstmordversuch.

Im Zustand der Steuerungsunfähigkeit griff er seine Großmutter an, so die Anklage. Die Staatsanwaltschaft strebt seine Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie an.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Werbe hier