Vest. Fischer und Kanusportler, Industrie und Wasserversorger, Landwirtschaft und Naturschützer – sie alle sollen ihren Beitrag leisten, um die Lippe „naturnah und lebendig“ zu entwickeln. Die Bezirksregierung Münster hat die Leitung für den 60 Kilometer langen Bereich zwischen Lünen und Dorsten übernommen.
Auftakt war in dieser Woche in Dorsten mit rund 60 Teilnehmern. In den kommenden Jahren soll das Gewässerbett der Lippe naturnah gestaltet werden und so den Lebensraum für Flora und Fauna erweitern. Fische und Kleinlebewesen werden den Fluss besser passieren können, die Artenvielfalt der Lebewesen wird größer und das Landschaftsbild wird aufgewertet. Heute reicht es von verträumter Idylle bis zum hochindustriellen Grenzgewässer.
Das Programm „Lebendiges Gewässer“ ist Teil der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie“, die vom Land umgesetzt wird. Dafür wird ein „Umsetzungsfahrplan“ gebraucht, der bis März 2012 gemeinsam mit Interessenvertretern, Behörden und dem Lippeverband erstellt wird. Er beschreibt den derzeitigen Zustand der Lippe und gibt eine Übersicht über notwendige Arbeiten zur ökologischen Gewässerentwicklung. Dazu werden auch die Kosten abgeschätzt. Mögliche Maßnahme ist die Rückverlegung von Deichen. Sie sind oft zu nahe am Ufer gebaut und schnüren Auen ab. Insgesamt soll die Lippe beruhigt werden, so Hedwig Niederau (Dezernat für Wasserwirtschaft). „Sonst wird durch die Strömung alles Leben weggerissen.“ Es sei zwar schon vieles getan worden, doch das reiche noch nicht aus.
Im September dieses Jahres folgt ein Workshop, im Januar 2012 wird der Umsetzungsfahrplan präsentiert, im März wird er der Landesregierung präsentiert, Ende 2012 werden alle Pläne dieser Art aus den Regierungsbezirken an die Europäische Kommission nach Brüssel geleitet, dann sollen die Synergien zum Hochwasserschutz, Naturschutz, zur Regional-und Stadtentwicklung und zur Regionale 2016 genutzt werden.

