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Schwarzbauten auf dem Schulbauernhof

Recklinghausen (gal). Zwei Beschwerden und eine baurechtliche Überprüfung des Gewerbeparks Ortloh brachten den Stein ins Rollen. Jetzt ist es amtlich: der größte Teil der Gebäude auf dem Suderwicher Schulbauernhof ist schwarz errichtet worden.

1991 wurde der Schulbauern-und Naturschutzhof in Recklinghausen-Suderwich (SBNH) auf der Alte Röllinghäuser Straße 1 von seinem Leiter Berthold Kalverkamp ins Leben gerufen. Damals bestand der Hof aus einem Wohnhaus, einer Scheune (in der sich mittlerweile eine Werkstatt befindet) und einer Remise (jetzt Schulhaus), die vollkommen legal errichtet worden waren. Doch dann kamen nach und nach mehr als 20 Aufbauten hinzu, darunter auch Viehställe, für die Baugenehmigungen nie beantragt worden waren. Diese dürfen ab sofort nicht mehr genutzt werden.

Auf seiner Internetseite verspricht der SBNH: „Um die Behebung der uns vorgehaltenen baurechtlichen Versäumnisse werden wir uns umgehend kümmern und entsprechende Bauanträge und Unterlagen nachreichen.“

Die Stadtverwaltung will sich ebenfalls für den Erhalt des Hofes einsetzen, denn dessen pädagogischen Erfolge werden über die Grenzen der Festspielstadt hinaus durchaus anerkannt. So arbeiten die Gesamtschule Suderwich und die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule sowie das Hans-Böckler-Berufskolleg (Marl) und das Berufskolleg in Castrop-Rauxel eng mit dem SBNH zusammen.

„Wir helfen im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten“, erläuterte Dietmar Schneider, Leiter des Bauordnungsamtes. Doch bevor entschieden werden kann, wie es genau weiter geht, müssen erst einmal sämtliche Fakten gesammelt und ausgewertet werden. „Wenn alles gut geht und keine Komplikationen auftreten, werden wir jedoch mindestens ein Jahr benötigen“, so Schneider. Für den Hof heißt dies laut ihrer Website Umschalten auf Notbetrieb: „Unsere Zentrale haben wir daher in Küche und Werkstatt unserer Scheune verlegt, so dass der Unterricht mit unseren kooperierenden Schulklassen reibungslos stattfinden kann. Dies kann und muss jetzt im Fokus unserer Leistung stehen.“

Auch Bürgermeister Wolfgang Pantförder will sich für den Hof einsetzen, denn für ihn ist er „eine tolle schulpädagogische Einrichtung, interessant für die ganze Familie, um Pflanzen und Tiere kennen zu lernen,Umwelt zu genießen und wertzuschätzen“.

INFO:

Mehr als 15.000 Kinder jährlich besuchen den Hof. Ein Teil davon sind Schulklassen. Das Programm für die Schüler richtet sich nach der Altersklasse. Dazu gehören die Erforschung des Gartens, Lernen in der Weidenstadt, Backen im Steinbackofen und vieles mehr. Weitere Informationen zum Schulbauernhof und den Programmen gibt es unter Telefon (02361) 88991, E-Mail info@schulbauernhof.de und der Website www.schulbauernhof.de.

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