Dorsten. Er werde es nicht wieder tun, verspricht der 41-jährige Chef eines Gelsenkirchener Reisebüros, der Dorstener Erich K. Aber wo 900.000 Euro geblieben sind, die er von Kunden seines Reisebüros kassiert und in die eigene Tasche gesteckt hat, das kann er nicht erklären.
Insgesamt hatte er 1,7 Millionen Euro an sich genommen (das Sonntagsblatt berichtete). Er nutzte die Zeit zwischen dem Einzahlen der Beträge und dem Abbuchen durch die Fluggesellschaften für ein Schneeballsystem.
Offenbar war ihm klar, dass das auffliegen musste. Mit einem Flugticket nach Kuba in der Tasche besann er sich im letzten Moment, ging zur Staatsanwaltschaft und lieferte 800.000 Euro ab.
Doch wo ist die Differenz? Arbeit, Wein, Kokain und eine Frau (die ihn verließ) hätten ihn aus dem Gleichgewicht gebracht, erklärte er dem Landgericht Essen, wo der sich derzeit verantworten muss. Außerdem habe er Schulden gehabt und 250.000 Euro einem Bottroper Anlageberater überlassen.
Das Gericht bemüht sich um Aufklärung, weitere Prozesstage sind angesetzt worden.

