Werbe hier
Veröffentlicht in

Stadt kapitulierte vor dem Schnee – Neue Lösungen

Marl. Das Wetter war wie der Winterdienst: Je nach Blickwinkel gut oder schlecht. Die Verwaltung ist einerseits stolz darauf, wie sie mit der unerwarteten Schneemenge fertig geworden ist. Andererseits nicht glücklich über die teils heftige Kritik an ihrer Arbeit. Der Bürgermeister kündigte in dieser Woche auf einer Zwischenbilanz an, man müsse sich über neue Lösungen Gedanken machen.Bis zu 50 Mitarbeiter waren im Einsatz und verstreuten 825 Tonnen Salz sowie 375 Tonnen Sand. Fremdfirmen wurden eingespannt, nur mit Baggern konnten die Schneemassen bewegt werden. Kaum waren die wichtigsten Straßen abgefahren, ging es von vorne los – bis in die dritte Straßenkategorie konnte der Zentrale Betriebshof kaum vordringen.Schon jetzt hat der Winter 600.000 Euro gekostet, das ist doppelt so viel wie der ganze letzte Winter. Bezahlt wird aus der (leeren) Kasse der Stadt, nicht über eine Winterreinigungs-Gebühr (wie in anderen Städten des Kreises).Enttäuscht ist Bürgermeister Werner Arndt über teil aggressive Briefe, die ihn erreichen. Er sieht aber auch die Verärgerung der Bürger: Wenn sie pflichtbewusst den Gehweg frei gemacht und den Schnee in den Straßenrand geschoben haben. Dann kam das Räumfahrzeug und schon einen Hügel zurück auf den Gehsteig.Die Bürgermeister des Kreises wollen sich austauschen, wie man den Winter in den Griff kriegt. Braucht man Saison-Arbeitskräfte? Hilft eine Privatisierung? Wie wird das bezahlt?Das milde Wetter der letzten Tage zeigte auch schon mal die nächsten Probleme: Noch mehr Schlaglöcher. Für Reparaturen hat Marl 100.000 Euro vorgesehen. Und das bei einem Reparaturstau von 40 Millionen Euro. Geschwindigkeitsbeschränkungen sind zu erwarten. Vielleicht sogar Straßensperrungen. Die nächste Beschwerdewelle wird im Rathaus schon erwartet.

Werbe hier