Dorsten. Zwei schwere Unfälle in dieser Woche, innerhalb weniger Stunden. Das eine Mal ein tödlicher Unfall, ein anderes Mal nur Blechschaden: Ist die Wienbecke, die Verbindung zwischen Dorsten und Wulfen, ein besonders gefährliches Pflaster? Siehe hierzu auch unseren Bericht „23-Jähriger stirbt bei Eisunfall“Das größtenteils schnurgrade Straßenstück, in den 70er Jahren gebaut, gilt wegen seiner Übersichtlichkeit als beliebte Raserstrecke. Nur am Dorstener Ende gibt es eine Beschränkung auf 70 km/h (was auch gerne mal missachtet wird). Am Wulfener Ende gibt es eine tückische S-Kurve. Hier kracht es immer mal wieder. Aber auch im mittleren Bereich werden Autofahrer immer wieder von Reif und Glätte in Waldhöhe überrascht.Der subjektive Eindruck, hier handele es sich um eine besonders gefährliche Straße, wird von der objektiven Statistik nicht belegt, erklärt Polizei-Pressesprecher Andreas Weber. Weder die Statistik für 2009 noch die (bislang unveröffentlichte) Statistik für 2010 wiesen die Wienbecke als Unfallschwerpunkt aus.Das Polizeipräsidium Recklinghausen hat eine Fachdirektion Verkehr, die alle Unfälle nach bestimmten Kriterien erfasst und die die Ergebnisse an die Unfallkommission weitergibt. Die forscht nach den Hintergründen der Unfälle (Alkohol, Fehler, Geschwindigkeit) und gibt vor, was gemacht werden muss. Manchmal reicht ein Zurückschneiden von Strauchwerk, um die Sicht zu verbessern, mal muss der Straßenverlauf verändert oder eine Ampel aufgestellt werden.Für die Wienbecke sieht die Polizei keinen Handlungsbedarf: Die Unfälle passieren an verschiedenen Stellen und haben unterschiedliche Ursachen.Vielleicht würde in den meisten Fällen schon eine vorsichtigere Fahrweise helfen.

