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Das bunte Grabeland muss jetzt verschwinden

Marl. Jahrelang wurde weggeschaut, doch dann wurde es den Politikern zu bunt. Was durchaus wörtlich zu nehmen ist: Das Grabeland an verschieden Stellen in der Stadt präsentierte sich mit zusammengehauenen Bretterbuden und viel buntem Plastik. Alles muss weg, haben mittlerweile die Politiker entschieden – zur Enttäuschung auch des Bürgermeisters. Die CDU hat nachgelegt: Die Stadt solle neue Grabelandflächen ausweisen, diese aber auch kontrollieren.

Vor eineinhalb Jahren hatte die Stadt schon einmal durchgegriffen und den Unterschied zwischen Grabeland und Kleingarten klar gemacht. Ersteres dürfe keine Umgrenzung haben, keine Laube und nur einjährige Pflanzen sind erlaubt. Müll und Abfälle an den Anlagen am Wiesental und an der Kaspar-Grove-Straße waren auch der Verwaltung ein Dorn im Auge.

Im Sommer 2009 zählte die Verwaltung sechs Anlagen mit 92 Parzellen. Die Stadt sollte schon damals die Möglichkeiten für neues Grabeland prüfen – doch ein Ergebnis liegt bis heute nicht vor.

Inzwischen gibt es neue Aufregung. Das malerische Freerbruchtal werde durch das Grabeland verunstaltet. „Ein Greul“, klagten Politiker von SPD und CDU. WG Grüne und Wir für Marl argumentierten, die Nutzer dieser Flächen seien auf das dort Angebaute angewiesen. Und so schlimm sehe es im Sommer gar nicht auf.

Trotzdem hat der Rat entschieden: Die Fläche muss kurzfristig geräumt werden. Obwohl die Verwaltung besorgt auf mögliche Kosten hinwies. Wenn die Pächter nicht selber alles wegräumen, dann könne das leicht 5000 Euro kosten. Die seien aber von den Pächtern kaum einzutreiben. Anschließend muss die Stadt die Fläche pflegen, auch das kostet. Bürgermeister Werner Arndt war enttäuscht, er hatte für die Fortführung der Pachtverträge votiert.

Nun hat die CDU noch einmal einen Vorstoß unternommen: Die Stadt möge neue Flächen im Frühjahr parzellieren und kontrollieren. In anderen Städten klappe das ja auch.

Aber bitte nicht wieder in so ökologisch sensiblen Biotopen wie Bachauen. „Das trifft besonders auf die Flächen am Freerbruchbach zu, wo seit Jahren im großen Stil Monokulturen stehen, die den Eindruck eines gewerblich betriebenen Landbaus erwecken.“

Bei den Abräumarbeiten im Wiesental 2009 war es noch arger. Da hatte die Stadt am Ende sogar noch asbesthaltiges Wellblech zu entsorgen.

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