
Vest. Der wirtschaftliche Aufschwung ist nicht zu übersehen. Gute Gelegenheit, dem Autofahrer ganz nebenbei in die Tasche zu greifen und die Parkgebühren zu erhöhen. So denken derzeit die Vest-Städte. Sie drücken dabei auf die Tränendrüse: Die Kassen sind leer und ein paar 100.000 Euro wären doch ein schöner Beitrag der fahrenden Bürger. Doch der Widerstand ist zäh. Kaufleute schimpfen, Politiker zucken zusammen. Die Preiserhöhung wankt.
Parkgebühren sind auch ein Steuerelement für den Erfolg einer Stadt. So argumentierten die Kaufleute. So gesehen ist Marl die erfolgreichste Stadt des Kreises. Sie schaffte ihre Automaten 1999 ab. Sie sollen wieder aufgestellt werden (Rathaus, Berg-/Victoriastraße und Brassertstraße). Aber erst einmal soll ein Bewirtschaftungs-Konzept erarbeitet werden, hat der Rat Ende November entschieden.
In Dorsten schlug die Verwaltung die Verdoppelung der Parkgebühren (445 Plätze) auf einen Euro pro Stunde vor und wollte so die Einnahmen auf 540.000 Euro steigern. Die Kaufleute waren empört über Diskussion im Weihnachtsgeschäft. Die Politiker haben inzwischen ein Zonen-System und eine geringere Erhöhung zugesagt. Und die Nebenzentren sollen auch einbezogen werden. Der Rat entscheidet am 15. Dezember.
In Haltern steht das Thema derzeit nicht an. Letztes Jahr wurden 208.000 Euro auf 421 Stellplätzen erwirtschaftet. Die Verwaltung kündigte im September als Ziel die Beibehaltung der Gebührenhöhe und eine Ausweitung des Parkraumes an. Die CDU hatte im Juni gefordert, die Stadt solle „Erhöhungspotenziale prüfen“. Danach wurde es still.
Kassieren ist nicht alles, hat die Marler Stadtverwaltung nachgerechnet. Man muss auch kontrollieren. Das überraschende Ergebnis: den 417.000 Euro Einnahmen (ruhender und fließender Verkehr) standen 410.000 Euro Ausgaben gegenüber. Ein fast lächerliches Ergebnis angesichts des Aufwandes. Wenn jetzt die Parkgebühren kämen …

