
Dorsten. Ob es was hilft? Fünf Dutzend Barkenberger redeten der LEG ins Gewissen, doch zumindest auf der Bürgerversammlung in dieser Woche rückte diese nicht von ihrer Entscheidung ab: Die Schieferbauten (Himmelsberg 19-31) werden nicht abgerissen. Dabei konnte die LEG dem Berg von Argumenten kaum etwas entgegen setzen.
Das Bild, das Bürgermeister Lambert Lütkenhorst vom Stadtumbau Barkenberg zeichnete, griff die Runde immer wieder auf: Ein in drei Stationen erfolgreicher Staffellauf, bei dem die LEG mit dem Staffelstab in der Hand nun plötzlich die Bahn verlässt und zum Duschen geht.
Für Barkenberg eine Katastrophe, die den Erfolg der ganzen Maßnahme in Frage stellt. „Es gibt keine heiße Sehnsucht am Markt, in den achten Stock der Schiefergruppe zu ziehen“, so Lütkenhorst. Bis heute gebe es keine offizielle Erklärung der LEG für ihren Entscheidungswandel.
Ihr Regionalleiter Thomas Schwarzenbacher, isoliert am Rande der Veranstaltung, erklärte: Der vierte und fünfte Bauabschnitt sei zusammengelegt worden, dadurch habe sich als Konsequenz der Wegfall von 98 Wohnungen ergeben und das sei betriebswirtschaftlich nicht tragbar gewesen. Aber die LEG sei weiterhin verlässlich und wolle investieren. Auf die bereits angekündigten 1,4 Millionen wollte er sich aber nicht festlegen.
Die Reaktion seiner Zuhörer war knallhart: Weil die Fassaden so blieben wie bisher, bleibe es auch bei den enormen Nebenkosten. Damit sei der Vorteil niedriger Mieten hinfällig. Oder das Sozialamt müsse einspringen.
Die Barkenberger Vergangenheit habe gezeigt, dass kosmetische Veränderungen schon nach kurzer Zeit ins Gegenteil umschlügen und zur Verslumung führten.
Die Dorstener Wohnungsbaugesellschaft verwies auf ihre Erfolge bei der Vermietung sanierter Wohnungen in Barkenberg hin. Ob für die LEG andere Gesetzmäßigkeiten gälten?, fragte Geschäftsführer Werner Kleine-Möllhoff.
Welche neuen Bewohner seien denn zu erwarten?, wollten die Gesprächsteilnehmer wissen. Früher hätten die Ruhrgebietsstädte gerne ihre Obdachlosen nach Barkenberg abgeschoben.
Nur selten ergriff die LEG das Wort: In den Schieferbauten gehe es um 38 leere Wohnungen; die LEG habe 10.000 Wohnungen und wisse, was zu tun sei; man solle einfach Vertrauen in die Arbeit haben.
Gerade das fehle, so eine Bewohnerin. Seit langem würden keine Reparaturen mehr ausgeführt mit dem Hinweis auf eine umfassende Modernisierung. Wenn diese nun nicht komme, würden enttäuschte Mieter das Haus verlassen, das in den Nebenkosten unerschwinglich teuer sei.
Auch politisch wird die LEG unter Druck geraten. Barkenberg soll Thema im Landtag werden. Dabei geht es um die Frage, ob die Landesmittel nicht zurückgezahlt werden müssen, wenn eine Maßnahme mitten in der Durchführung abgebrochen werde.
Wenn es nach dem argumentativen Schlagabtausch ging, dann war die LEG an diesem Abend von einer Serie von Treffern ohne Gegenwehr k.o. gegangen.

