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Schicht am Schacht? – Bergbau lebt weiter

Recklinghausen (gal). 2001 wurde die letzte Zeche in Recklinghausen dicht gemacht. Kohle und Stahl hatten die Städte im Ruhrgebiet, also auch die Vestmetropole, stark geprägt. Damit das Wissen darüber nicht verloren geht, wurde vor zehn Jahren der „Geschichtskreis General Blumenthal“ gegründet.

„Wir wollten mit den Geschichten der „Alten“ anfangen“, erinnert sich der Vorsitzende Rolf Euler. Mit Hilfe eines Tonbandgerätes zeichneten die Mitglieder des Geschichtskreises nach und nach die Erinnerungen von zehn alten Kumpeln um die 80 Jahre auf. Daraus entstand die Broschüre „Geschichte von unten“, die über die Presse und verschiedenen Ausstellungen der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

So erfuhr auch Willi Moll von dem Anliegen des Geschichtskreises und brachte eine „lose Zettelsammlung“ vorbei. Diese hatte sein Vater Heinrich, Bergmann und Betriebsratsvorsitzender bei General Blumenthal, angelegt. Schnell wurde deutlich, „dass es sich bei den handschriftlich in Sütterlin verfassten Notizen um Aussagen von Bergleuten über die Be-und Misshandlung von Zwangsarbeitern auf der Zeche General Blumenthal währen des Zweiten Weltkrieges handelt“ (aus dem Vorwort).

Da zur Geschichte nicht nur die schönen Dinge gehören, nahm sich der Kreis des heiklen Themas an. Daraus entstand Ende 2006 ebenfalls eine Broschüre (49 DIN-A-4 Seiten), die unter anderem auch an alle Recklinghäuser Schulen verteilt wurde und großes Interess fand. Mittlerweile ist eine zweite Auflage erschienen.

Doch der Geschichtskreis erstellt nicht nur Broschüren. Es werden beispielsweise auch Ausstellungen organisiert, Erinnerungstafeln angefertigt und alle möglichen Dinge, die etwas mit dem Bergbau zu tun haben, archiviert. So auch ein Plakat über den Film „Was bleibt sind wir“, der am 14. September diesen Jahres Premiere hatte und die Fortsetzung des vor zehn Jahren angelaufenen Films „Abenteuer Ruhrgebiet“ ist (siehe Bild).

Die Geschichtskreise gehören zur REVAG (Revierarbeitsgemeinschaft für kulturelle Bergmannsbetreuung), die unter anderem auch Gemeinschaftsprojekte organisiert. Dazu gehörten beispielsweise im Rahmen der Ruhr.2010 die „Schachtzeichen“, bei denen die Mitglieder des Geschichtskreises General Blumenthal ebenfalls mitgemacht hatten.

Weitere Informationen gibt es bei Rolf Euler unter Telefon 02361/12657 oder auch unter www.REVAG.de.

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