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Haltern: Mit Giftwasser wird nach Erdgas gesucht

Neuartige Methode könnte unser Trinkwasser gefährden

Vest. In Haltern droht ein weiterer Umweltskandal: Tief unter dem Stausee wird nach Erdgas gesucht mit einem neuartigen Verfahren „Hydraulic Fracking“, bei dem ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien in den Boden gepresst wird. Der Vorstandsvorsitzende von Gelsenwasser, Scholl, erfuhr erst durch Ermittlungen des ARD-Magazins „Monitor“ von den Versuchen. Er war entsetzt.Beim „Fracking“ werden unter anderem hochgiftige Stoffe Millionen Litern von Wasser beigemischt, die dann unter Hochdruck hunderte von Metern tief in das Erdreich gedrückt werden. Dadurch entstehen Risse im Boden, die mögliche Erdgasvorkommen messbar machen.Ein Teil der giftigen Stoffe wird mit dem Bohrwasser wieder hochgespült, ein Teil bleibt aber im Erdreiche. Angeblich könne es nicht bis ins Grundwasser aufsteigen. Der Gelsenwasser-Vorstandsvorsitzende hält es dennoch für möglich, dass sich die künstlich erzeugten Risse im Laufe der Zeit nach oben fortsetzen.Weil die Tests nach dem deutschen Bergrecht erfolgen, sind lediglich die Bergämter informiert, nicht aber die Stadt Haltern, die Bevölkerung und Gelsenwasser, der Betreiber des Trinkwasser-Stausees.In den USA, so der Monitor-Bericht, gebe es bereits massive Proteste, um diese Methode der Erdgas-Erforschungsbohrungen zu verbieten. In Deutschland ist das Verfahren genehmigt worden. Die Leiterin der Wasserbehörde Hagen beklagt, dass die Wasseraufsicht umgangen worden sei und einige Stoffe in die Wassergefährdungsklasse 3 eingruppiert seien.In den vergangenen Monaten hatte zunächst Sprengstoff-Rückstände im Brunnenwasser für Verunsicherung gesorgt, zuletzt die Ankündigung einer Mülldeponie in Dülmen. Bürger sorgten sich, dass dadurch Grundwasser verunreinigt werden könnte.

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