Bruno Kemper, 1. Vorsitzende der BG Dorsten zeigt, wo die Shampoo-Flaschen standen.Dorsten. Mieser Späh-Anschlag in der Dusche einer Sporthalle. Mit zwei Mini-Kameras, die in Duschgel-Flaschen versteckt waren, sollten junge Basketballerinnen unter der Dusche beobachtet werden (wir berichteten). Zwei Schüler (elf und zwölf Jahre) fanden die beiden schwarzen Flaschen merkwürdig und verhinderten Aufnahmen. Jetzt steht ein 46-jähriger Schiedsrichter aus Marl in Verdacht, der Täter zu sein.Überraschung: Der Mann war auch Schiedsrichter im Oktober 2008 in Borken, als dort zufälligerweise ebenfalls eine Mini-Kamera entdeckt wurde.Jetzt in Dorsten war er schon am Tag nach der Entdeckung ins Blickfeld der Ermittler des Kommissariats für Sexualdelikte geraten. Die Polizei hat seine Wohnung durchsucht, den Computer beschlagnahmt. Sie will herausfinden, ob sich darauf Bilder befinden, die mit den Mini-Kameras aufgenommen wurden.Die Eltern der U15-Mannschaft der Dorstener Basketball BG waren schockiert. Niemand hatte in der Turnhalle mitbekommen, dass ein Fremder die Sporthalle betreten hätte. Die jungen Sportler und die Verantwortlichen besprachen sich, analysierten sie Lage und fanden schnell heraus: Die Mini-Kamera konnte nur zwischen Samstag, 23 Uhr, und Sonntag, 11.15 Uhr aufgestellt worden sein. Danach schränkte sich der Kreis der möglichen Täter („Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“) sofort drastisch ein. Die Kamera konnte im Umkreis von 100 Metern Bilder übermitteln, so das Ergebnis der Polizei-Untersuchungen.Eine Basketball-Schiedsrichterin aus Borken hatte das Jugendspiel in Dorsten zusammen mit dem Kollegen aus Marl geleitet. Sie erinnerte sich an einen ähnlichen Fall in Borken am 25. Oktober 2008. Damals hatte derselbe Marler Schiedsrichter ein Spiel der Damenteams des RC Borken und der BC Soest geleitet. Noch während des Spiels entdeckten die Spieler der Borkerner Herrenmannschaft unter dem Waschtisch ein auffälliges Kabel zu einer Mini-Funkkamera – ausgerichtet auf die Gemeinschaftsdusche.Allerdings ging die Kamera durch viele Spielerhände, so dass mögliche Fingerabdrücke verwischt waren.Nähere Angaben will die Polizei derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen.

