Vest. Was hat eine geplante Mülldeponie der Stufe K 1 (Schad-und Giftstoffe) in Dülmen-Rödder mit dem Kreis zu tun? Schlicht: Sie könnte unser aller Trinkwasser gefährden. Im Visier der Kritiker ist eine geplante Mülldeponie auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei. Als Entschädigung für die Bewohner für die jahrelange Belästigung durch Lkw-Fahrten war zunächst ein See auf dem Gelände der stillgelegten Ziegelei geplant. Dann sollte statt eines Sees ein Feuchtbiotop entstehen. Nach Angaben vom Recklinghäuser Taxi-Unternehmer Daniel Wolfs, der in Dülmen wohnt, ist im Jahr 2009 von der Firma Remex eine Anfrage an den Kreis Coesfeld gestellt worden, ob auf dem Gelände der Tongrube II eine Deponie errichtet werden könne. Dies habe der Kreis abgelehnt, aber eine mögliche Deponie auf dem Gelände der Grube I für denkbar erklärt. „Jetzt kommt das Kuriosum“, erläutert Wolfs. Am 22. Dezember ist der Antrag auf Genehmigung eingegangen und am 23. Dezember erfolgte die Bewilligung. Die Öffentlichkeit sei nur über ein paar Zeilen in den Bekanntmachungen informiert worden. So sei die Einspruchsfrist im Februar einfach abgelaufen, weil keiner von den Planungen wusste. Inzwischen hat sich in Dülmen eine Bürgerinitiative gegründet, die eine Unterschriftenaktion gegen die geplante Deponie durchführt. Die größten Bedenken sind die, dass über das Sickerwasser Schadstoffe über den Kleuterbach oder Brunsbach in die Stever gelangen und somit in den Halterner Stausee. Auch bei Regen oder Hochwasser befürchten die Kritiker das Schlimmste. „Immerhin handelt es sich bei den Planungen um 137 Gefahrenstoffe“, erläutert Wolfs weiter.
Auch Gelsenwasser als Betreiberin der Trinkwasserversorgung steht der Errichtung einer solchen Deponie kritisch gegenüber. In ihrer Stellungnahme fordert das Versorgungsunternehmen, dass sichergestellt sein muss, dass das Deponiesickerwasser in der Kläranlage der Stadt Dülmen soweit gereinigt wird, dass es zu keiner Beeinträchtigung der Wasserqualität in den stromabwärts gelegenen Talsperren der Gelsenwasser AG kommen kann. Ferner sei der Umfang der Sickerwasseruntersuchungen um weitere Stoffgruppen zu erweitern. Es sollte ein zusätzlicher Rückhalteraum zur Zwischenspeicherung des Deponiesickerwassers geschaffen werden.
Unterschriftenlisten gegen die geplante Giftmülldeponie liegen inzwischen auch in Recklinghausen aus: Fa. Pocholeck, Immobilien Rausch, Die Betteninnovation, Bücherforum, Teegalerie 1773, Reisebüro Krawutschke.
Am verkaufsoffenen Sonntag, den 10. Oktober, will sich Daniel Wolfs selbst engagieren. Vor Taxi Süd wird ein Info-Stand aufgestellt und Unterschriften gesammelt.

