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„Nicht am Kohle-Pakt herumfummeln“

Marl. Die Reihen sind groß, dicht und geschlossen. Die Stimmung ist kämpferisch und ohne jede Spur von Resignation. Die Bergleute der Region pochen darauf, dass es eine Kohle-Vereinbarung gibt. Auf AV 8 in Marl demonstrierten am Mittwochmorgen 1000 Bergleute gegen das Verlangen der EU-Kommission, die letzten Bergwerke in Europa im Oktober 2014 zu schließen.

„Abgemacht ist abgemacht!“ beharrt Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE auf der Kohlevereinbarung von 2007. Beifall auf dem langen Podium mit RAG-Chef Bernd Tönjes in der Mitte, Beifall von Landrat Cay Süberkrüb und Marls Bürgermeister Werner Arndt, Beifall von den Zuhörern in Bergmannskluft, in Warnwesten und in feinem Zwirn.

„Was glaubt die Politik eigentlich, was wir uns noch alles zumuten lassen? Erst nötigen sie den Bergleuten ab, den ersten Nagel in den Sarg für den deutschen Steinkohlenbergbau zu schlagen. Und jetzt will sie uns per Fußtritt noch schneller ins Grab befördern. Nicht mit uns!“

Vassiliadis greift die FDP an, wirft ihr „Sabotage“ vor und setzt auf die Bundeskanzlerin: „Sie ist die Chefin, Sie muss entscheiden.“ Und sie habe sich bereits hinter die Kohle-Vereinbarung gestellt.

Auf keinen Fall werde man dem Vorschlag des EU-Kommissars Günther Oettinger folgen: Auf die Revisionsklausel verzichten und dafür Beihilfe bis 2018. „Es gibt überhaupt keinen Anlasse, am Kohle-Pakt herumzufummeln.“

Der Lösungsweg heißt „hohes diplomatisches Geschick“, eine Entscheidung werde vermutlich im Wirtschaftsministerrat am 10. Dezember fallen oder eine Woche später bei den Regierungschefs.

„Wir kennen den Weg nach Brüssel“, warnt der IGBCE-Chef. Und verspricht: „Kein Bergmann fällt ins Bergfreie.“

Noch am selben Tag geht der Rückzug des Bergbaus – vertragsgemäß -weiter: Auf Fürst Leopold in Dorsten wird nachmittags die alte Kohlenwäsche gesprengt. Das Bergwerk Ost in Hamm fährt am Freitag die letzte Schicht.

Die Bergleute erwarten, dass auch die Politik ihren Vertragsteil einhält. Und sich nicht damit rausreden kann, man habe versäumt, die Vereinbarung der EU bekannt zu geben.

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