Vest. Die Kosten sind kaum noch zu zügeln: Straßenreinigung, Abfallgebühren, Abwasser müssen in den Städten des Kreises jedes Jahr neu festgelegt werden. Tendenz: steigend. Vielleicht lassen sich durch eine zentrale Verwaltung ja noch Kosten sparen, meint jetzt die UBP-Fraktion im Kreistag und fordert eine Prüfung, wie sich eine Neuorganisation der Betriebshöfe auswirkt.
Recklinghausen hat bereits einen bekommen, Marl vor kurzem auch. Hier brauchte man nur elf Millionen Euro, um einen hochmodernen Zentralen Betriebshof (ZBH) zu errichten.
Die beiden Standorte könnten vielleicht die neuen Zentralen für den westlichen Kreis (Dorsten, Haltern, Gladbeck, Herten, Marl) und den östlichen Kreis (Oer-Erkenschwick, Datteln, Waltrop, Castrop-Rauxel und Recklinghausen) sein. Die noch bestehenden Betriebshöfe könnte man langfristig komplett auflösen. Meint jedenfalls der UBP-Fraktionsvorsitzende Tobias Köller.
Ein etwas bescheideneres Modell ist der Vorschlag, die Organisation der Betriebshöfe auf die Kreisverwaltung zu übertragen. „Die Gebühren für die Müllabfuhr und andere Leistungen der Betriebshöfe würden im ganzen Kreisgebiet einheitlich gestaltet.“ Eine solche kreisweite Einheitlichkeit gibt es bereits bei den Kindergartenbeiträgen (wo nur Marl aus der Reihe scherte).
Das entscheidende UBP-Argument: Es werden Kosten gespart: Eine gemeinsame Verwaltung arbeitet effektiver und effizienter als zehn Verwaltungen. Maschinen und Fahrzeuge könnten eine höhere Einsatzzeit haben. Spezielle Fahrzeuge müssten nicht von allen Betriebshöfen vorgehalten werden. Die „alten“ Betriebshöfe müssten nicht weiter aktualisiert werden sondern könnten als Lagerstätten herhalten.
Die Idee ist nicht komplett neu. Vor Jahren dachten schon mal Dorsten und Marl über einen gemeinsamen ZBH nach. Schließlich haben die Städte eine große industrielle Berührungslinie. Doch die Sache verlief im Sande.
Schon heute verweisen die Kreis-Städte zufrieden darauf, dass sie nicht blind an ihrer Stadtgrenze Schluss machen, sondern zum Beispiel bei der Straßenreinigung zusammen arbeiten. Die Stadt Recklinghausen stellt unter anderem ihren Umweltbrummi auch Nachbarstädten zur Verfügung.
Wie viel Sinn die Zusammenarbeit im großen Stil macht, das soll eine Prüfung ergeben. In Voerde, darauf verweist die UBP, habe die Idee zu einer Kostenersparnis von rund acht Prozent geführt.

