
Haltern (rk). Die Menschen bauen den Quarzsand ab, Tiere nutzen die Mineralien zwischen dem Sand. Ist das die Erklärung für die ungewöhnlich vielen Ameisenhügel am Silbersee III, die von den Naturfreunden beobachtet werden?
Burkhard Lüning, der früher in „Karnickelhausen-Ost“ wohnte (wie die Bewohner der Schmaloer Heide die Gegend spöttisch nennen), kennt den Ruundweg um den Silbersee III zwischen Sythen und Hausdülmen. Im ist aufgefallen, dass es hier plötzlich vermehrt Waldameisen gibt. Am Wegesrand steht ein hoher Ameisenhügel, etwa 40 Zentimeter weiter der nächst kleinere. Weitere dieser unterschiedlich hohen Anhäufungen folgen.
Äußerst ungewöhnlich, wie der Naturfreund meint. „Hier gibt es 13 Ameisenhügel auf einer Strecke von nur 100 Metern. Normal leben die kriegerischen Waldameisen einen ganzen Kilometer auseinander, um Konflikten aus dem Wege zu gehen.“
Vorboten von Erdbeben
Außergewöhnlich sei auch, dass diese Ameisen hier am Silbersee III in einem bis zu 90 Prozent aus Laubbäumen bestehenden Mischwald lebten, eigentlich seien ihre Heimat jedoch eigentlich Nadelwälder.
Gibt es auch eine Erklärung für diese Anballung? Vor einigen Jahren entdeckte der deutsche Geoforscher Prof. Ulrich Schreiber von der Universität Duisburg-Essen, dass Ameisen ihre Bauten stets nach Brüchen in der Erdkruste, sogenannten „Störungslinien“, ausrichten. „Mehrere Fernsehsendungen berichteten bereits darüber. Es wurde auch festgestellt, dass diese sogenannten »Störungslinien« Vorboten von Erdbeben sein können“, so Burkhard Lüning, der sich intensiv mit diesen Forschungsarbeiten des Wissenschaftlers beschäftigte.
Für das „Ameisenhügel-Phänomen Silbersee III“ hat er seine eigene Theorie: „Nach meiner Meinung handelt es sich um einen Quarzsprung in der oberen Erdschicht, um eine »Störungslinie«, hervorgerufen durch eine frühere Unterspülung. Sie entstand bei der Trennung zweier Erdschichten. Dort wurde Quarzsand bis zur oberen Erdschicht nach oben gedrückt. Davon profitieren jetzt die Waldameisen. Denn Quarzsand enthält in ungereinigtem Zustand für Tiere viele wertvolle Mineralien.“
Auf jeden Fall wird Burkhard Lüning das Gebiet weiter im Auge behalten – und vielleicht interessieren sich ja auch einheimische Naturforscher für dieses Phänomen am Silbersee III und helfen mit, eine fundierte Erklärung zu finden.

