Vest. Die Stadt Recklinghausen braucht das meiste Personal, die Stadt Waltrop das wenigste um sich selbst zu verwalten. Das zeigt die jüngste Statistik des Landes. Erstaunlich: Auch wenn überall von konsequentem Sparen geredet wird, so haben doch alle Städte im vergangenen Jahr bei ihrem Personal zugelegt.
Recklinghausens Stadtverwaltung hatte Mitte 2009 genau 1936 Mitarbeiter, macht 1,62 Promille der Bevölkerung. Waltrop hatte 303 Mitarbeiter, macht 1,01 Promille. Ebenfalls sehr günstig Oer-Erkenschwick mit 1,06 Promille (322 Mitarbeiter).
Deutlich schlechter ist das Verhältnis in Datteln mit 1,30 Promille (468 Mitarbeiter), in Haltern mit 1,31 Promille (500 Mitarbeiter) und Herten mit 1,49 Promille (935 Mitarbeiter).
Sonderrolle Marl
Eine Sonderrolle nimmt Marl ein. Dort ging die Mitarbeiterzahl in einem Jahr um 32,2 Prozent auf 1173 zurück (1,33 Promille). Das ist aber nicht die Folge knallharten Sparens, sondern weil die stadteigene Paracelsus-Klinik an das Klinikum Vest verkauft wurde und das Personal übernommen wurde.
Zwischen Mitte 2008 und Mitte 2009 stieg die Personal-Zahl zwischen 0,3 Prozent (OE) und 4,6 Prozent (Dorsten) an. Die meisten Vollzeitbeschäftigten hat übrigens Oer-Erkenschwick (74 Prozent), die wenigsten Waltrop (50 Prozent).
Neben den Stadtverwaltungen hat der Kreis Recklinghausen aber auch noch eine Kreisverwaltung, dessen Mitarbeiterzahl um beträchtliche 6,7 Prozent auf 1413 anwuchs – eine bemerkenswerte Größe, während in den Städten lautstark Einsparungen gefordert werden und diese sogar mit dem Nichtbezahlen der Kreisumlage drohten.
Addiert man alle Zahlen, so ergeben sich 10.156 Mitarbeiter in den Stadtverwaltungen (samt Kreisverwaltung). Das macht eine Quote von 1,6 Promille der Bevölkerung.
Auf die Goldwaage dürfen die Zahlen allerdings nicht gelegt werden: Die kleineren Städte lassen einige Aufgaben von der Kreisverwaltung mit erledigen und kommen also rein rechnerisch mit weniger Personal aus. Und stehen somit besser da.

